Sie standen auf einem kleinen mit faustgroßen Steinen gepflasterten Fleck, der wie eine Insel aus dem Morast der Straße herausragte. Aber hier konnten sie nicht bleiben. Um zu den Verkaufsständen zu gelangen, die ebenfalls auf festem Untergrund errichtet worden waren und wegen denen sie den strapaziösen Fußmarsch überhaupt erst auf sich genommen hatten, mussten sie durch Schlamm und Unrat waten.
Edgar trat als erster von dem Podest herunter. Sofort versank er bis über die Knöchel in dem klebrigen Brei, von dem er wusste, dass er sich aus einer Mischung von Erde, den Hinterlassenschaften von Pferden, Rindern, Schafen und sonstigem Getier sowie dem Inhalt der Kübel, die die Bewohner der anliegenden Häuser täglich auf die Straße kippten, zusammensetzte.
Coltana folgte ihm. Bei jedem Schritt, den sie vorwärtsstapfte, verfärbte sich der Saum ihres Kleides mit den Brauntönen der übelriechenden Pampe. Am Ziel angekommen befand sich die Laune des Ehepaars an einem ziemlichen Tiefpunkt. Doch während sich Coltanas Befindlichkeit gleich wieder bessern würde, denn sie mochte diese Einkaufsbummel, ließ sich auch gerne von den geschäftstüchtigen und wortgewandten Betreibern der Verkaufsstände Dinge aufschwatzen, die sie eigentlich gar nicht benötigte, hellte sich Edgars Gemütszustand nicht auf.
Denn er musste die Einkäufe, zu seinem Leidwesen, ja bezahlen. Jede Münze, die dafür aus seiner Geldkatze in die ihm gierig entgegengestreckten Hände der Händler wanderte, bereitete ihm körperliche Schmerzen. Fast hätte er sich gewünscht, im Schlamm steckengeblieben zu sein, um dieser Tortur zu entgehen, aber solche Hoffnungen blieben unerfüllt. Je voller der Einkaufskorb wurde, den er auch noch für seine Frau schleppen durfte, desto leichter fühlte sich der Geldbeutel an.
Als Coltana, zwar erschöpft, dafür jedoch glücklich, endlich den letzten Posten, der auf ihrem Einkaufszettel stand, im Korb verstaut hatte, befürchtete Edgar, von nun an zum Betteln verurteilt sein zu müssen.
Jetzt galt es mit dem zusätzlichen Gewicht der erworbenen Waren wieder durch den Unrat zurück zu waten. Während es Edgar schien, als schwebe Coltana vor ihm her, hatte er den unangenehmen Eindruck, selber bis zu den Knien im Morast zu stecken.
Er war so in seine wütenden Gedanken versunken, dass er das herangaloppierende Pferd überhaupt nicht wahrnahm. Der Reiter jagte direkt auf ihn zu. Haarscharf dirigierte er sein Ross an Edgar vorbei und riss ihm mit einem gekonnten Griff den Einkaufskorb vom Arm. Zugleich versetzte er ihm mit der Fußspitze einen Stoß gegen die Brust, so dass der völlig übertölpelte Edgar auch noch rücklings in den Straßensumpf stürzte.
Coltana stieß einen spitzen Schrei aus. Edgar fügte einen unflätigen Fluch hinzu. Als Antwort erhielten die Beiden ein höhnisches Lachen vom davongaloppierenden Dieb.
NÄCHSTE GESCHICHTE >>>
Edgar trat als erster von dem Podest herunter. Sofort versank er bis über die Knöchel in dem klebrigen Brei, von dem er wusste, dass er sich aus einer Mischung von Erde, den Hinterlassenschaften von Pferden, Rindern, Schafen und sonstigem Getier sowie dem Inhalt der Kübel, die die Bewohner der anliegenden Häuser täglich auf die Straße kippten, zusammensetzte.
Coltana folgte ihm. Bei jedem Schritt, den sie vorwärtsstapfte, verfärbte sich der Saum ihres Kleides mit den Brauntönen der übelriechenden Pampe. Am Ziel angekommen befand sich die Laune des Ehepaars an einem ziemlichen Tiefpunkt. Doch während sich Coltanas Befindlichkeit gleich wieder bessern würde, denn sie mochte diese Einkaufsbummel, ließ sich auch gerne von den geschäftstüchtigen und wortgewandten Betreibern der Verkaufsstände Dinge aufschwatzen, die sie eigentlich gar nicht benötigte, hellte sich Edgars Gemütszustand nicht auf.
Denn er musste die Einkäufe, zu seinem Leidwesen, ja bezahlen. Jede Münze, die dafür aus seiner Geldkatze in die ihm gierig entgegengestreckten Hände der Händler wanderte, bereitete ihm körperliche Schmerzen. Fast hätte er sich gewünscht, im Schlamm steckengeblieben zu sein, um dieser Tortur zu entgehen, aber solche Hoffnungen blieben unerfüllt. Je voller der Einkaufskorb wurde, den er auch noch für seine Frau schleppen durfte, desto leichter fühlte sich der Geldbeutel an.
Als Coltana, zwar erschöpft, dafür jedoch glücklich, endlich den letzten Posten, der auf ihrem Einkaufszettel stand, im Korb verstaut hatte, befürchtete Edgar, von nun an zum Betteln verurteilt sein zu müssen.
Jetzt galt es mit dem zusätzlichen Gewicht der erworbenen Waren wieder durch den Unrat zurück zu waten. Während es Edgar schien, als schwebe Coltana vor ihm her, hatte er den unangenehmen Eindruck, selber bis zu den Knien im Morast zu stecken.
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Coltana stieß einen spitzen Schrei aus. Edgar fügte einen unflätigen Fluch hinzu. Als Antwort erhielten die Beiden ein höhnisches Lachen vom davongaloppierenden Dieb.
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