Im Dorf kursierte schon seit Generationen die Legende, dass in der Höhle, die sich auf halben Weg zum Nachbarort in der Felswand verbarg, irgendetwas sein Unwesen trieb. Und es wurde auch von Verrückten, Abenteurern und Neugierigen berichtet, die sich trotz der Spukgeschichten hineingewagt hatten, um herauszufinden, was dort tatsächlich vonstattenging. Zurückgekehrt sei von denen niemand, wussten die Alten zu erzählen.
Alinas Gedanken kreisten um diesen scheinbar verwunschenen Ort, der, wenn er sich in unerreichbarer Ferne befunden hätte, vielleicht real sein konnte, aber niemals in ihrer langweiligen Gegend. Natürlich hatten sich bei ihr früher auch die Nackenhaare aufgestellt und sich im Magen ein mulmiges Gefühl breitgemacht, sobald die Sprache auf die Höhle kam. Doch jetzt war sie 12, längst kein Kind mehr und mutig genug, um sich endlich denen anzuschließen, die bereits einen Vorstoß in das löchrige Gestein unternommen hatten. Dazu wollte sie auch Vorkehrungen treffen, dass ihre Rückkehr von dort unwiderlegbar bestätigt werden würde. Nicht, dass jemand auf die Idee verfiel, ihren Namen einfach der Liste der angeblich Verschollenen hinzuzufügen.
Als Alina im Morgengrauen des anbrechenden Sommertages aus dem Haus schlich, quälte sie zwar kurz der Zweifel, ob sie sich diese Mutprobe wirklich antun wollte, doch schon nach wenigen Schritten gewann die Gewissheit die Oberhand, das Richtige zu tun. In der Legende wurde zwar nur ungefähr beschrieben, wo sich der Eingang zur Höhle befinden sollte, trotzdem gelang es ihr, ihn nach einer eineinhalbstündigen Suche hinter einem dichten Buschwerk zu entdecken.
Vorsichtig spähte sie in das Loch. In der dort wabernden Dunkelheit konnte sie aber nichts erkennen. Erst der Lichtstrahl ihrer Taschenlampe brachte Details zum Vorschein. Ihr schien es, als wären im Inneren der Höhle nur ein paar rostige Tonnen entsorgt worden. Da sie aber nun einmal den Weg hierher auf sich genommen hatte, wollte sie sich wenigstens davon überzeugen, ob sie mit ihrer Vermutung richtiglag.
Sie drang auf dem abschüssigen Boden in die Höhle ein. Aus der Nähe betrachtet, sah es so aus, als hätte jemand eine überdimensionierte Gliederpuppe hier abgelegt, an deren Kopf und Rumpf tellerartige Metallplatten hafteten. Zusätzlich ragte aus dem Kopf ein Teil, das sie sich unbedingt anschauen wollte. Schnell stieg sei dem Ding aufs Haupt. Oben angekommen, schien sie einen verborgenen Mechanismus ausgelöst zu haben, denn die drei Teller leuchteten plötzlich in einem bläulichen Licht auf. Gleichzeitig vernahm sie eine blecherne Stimme: „Rodin, komm sofort her! Unser letztes Opfer sitzt in der Falle.“
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Alinas Gedanken kreisten um diesen scheinbar verwunschenen Ort, der, wenn er sich in unerreichbarer Ferne befunden hätte, vielleicht real sein konnte, aber niemals in ihrer langweiligen Gegend. Natürlich hatten sich bei ihr früher auch die Nackenhaare aufgestellt und sich im Magen ein mulmiges Gefühl breitgemacht, sobald die Sprache auf die Höhle kam. Doch jetzt war sie 12, längst kein Kind mehr und mutig genug, um sich endlich denen anzuschließen, die bereits einen Vorstoß in das löchrige Gestein unternommen hatten. Dazu wollte sie auch Vorkehrungen treffen, dass ihre Rückkehr von dort unwiderlegbar bestätigt werden würde. Nicht, dass jemand auf die Idee verfiel, ihren Namen einfach der Liste der angeblich Verschollenen hinzuzufügen.
Als Alina im Morgengrauen des anbrechenden Sommertages aus dem Haus schlich, quälte sie zwar kurz der Zweifel, ob sie sich diese Mutprobe wirklich antun wollte, doch schon nach wenigen Schritten gewann die Gewissheit die Oberhand, das Richtige zu tun. In der Legende wurde zwar nur ungefähr beschrieben, wo sich der Eingang zur Höhle befinden sollte, trotzdem gelang es ihr, ihn nach einer eineinhalbstündigen Suche hinter einem dichten Buschwerk zu entdecken.
Vorsichtig spähte sie in das Loch. In der dort wabernden Dunkelheit konnte sie aber nichts erkennen. Erst der Lichtstrahl ihrer Taschenlampe brachte Details zum Vorschein. Ihr schien es, als wären im Inneren der Höhle nur ein paar rostige Tonnen entsorgt worden. Da sie aber nun einmal den Weg hierher auf sich genommen hatte, wollte sie sich wenigstens davon überzeugen, ob sie mit ihrer Vermutung richtiglag.
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