Die Stirn des alten Kämpen legte sich in Falten. Skeptisch strich er sich über den grauen, zotteligen Bart. Auch das Gesicht des neben ihm stehenden Druiden verriet, dass ihn das, was sich da am Himmel abspielte, Kopfzerbrechen bereitete. Nur der junge Krieger, der mit offenem Mund nach oben starrte, schien von keinen Sorgen geplagt zu werden. Außer maßlosem Erstaunen zeigte seine Miene keine anderen Regungen.
Alle drei beobachteten wie das gerade noch blaue Firmament plötzlich von einer rötlichen Wolke überzogen wurde. Die Sonnenstrahlen verfärbten sich im gleichen Farbton und verwandelten die grüne Ebene in eine glutrote Landschaft.
Als die Drei kaum noch zu unterscheiden vermochten, was Himmel und was Erde war, fuhr ein Blitz herab und riss einen Graben in den Boden, keine zehn Pfeilschussweiten von ihnen entfernt. Gleich darauf dröhnten ihnen die Ohren von einem fürchterlichen Donnerschlag, der den Untergang der Welt anzukündigen schien. Um sie herum begann alles zu erbeben. Der Boden. Die Luft. Sie selbst.
Dann platzte die Wolke auf und spie ihr Inneres aus. Doch statt eines Wasserschwalles oder eines Feuerregens, der sie nicht überrascht hätte, sahen sie Menschenleiber in die Tiefe rasen. Schon erwarteten sie, Zeugen eines fürchterlichen Massakers zu werden, zu dem das Aufschlagen der Leiber auf die Erde führen musste, aber dazu kam es nicht.
Die Fallenden landeten auf ihren Füßen. Dabei sahen sie so aus, als wären sie lediglich von einem Pferderücken heruntergesprungen und nicht aus schwindelerregender Höhe herabgestürzt. Dort, wo sie den Boden berührten, verharrten sie. Bald erkannten die drei Beobachter, dass wohl zwei komplette Heere vom Himmel ausgestoßen worden waren.
Womöglich hatten sie bereits hoch oben für die Schlacht Stellung bezogen, bis eine Macht entschied, dass der Kampf auf der Erde ausgetragen werden sollte und sie deshalb in geschlossener Formation nach unten schickte.
Hätte sich nicht der Graben, der durch die Energie des Blitzes erschaffen wurde, zwischen ihnen befunden, wären die beiden Scharen wahrscheinlich sofort aneinandergeraten. So hielt er sie jedoch noch vom Kampf ab und ermöglichte es den drei Zaungästen, sich ein genaueres Bild von den Kämpfern zu machen.
Ihnen fiel auf, wie sehr sich die Krieger ähnelten. Als stünde hier Bruder gegen Bruder. Eine Familie, die nach ihrem eigenen Blut gierte, um Sühne für etwas zu finden, das sie für immer entzweit zu haben schien.
Die Drei sollten nie erfahren, welche Schuld es hier zu tilgen galt, denn als sich der Graben plötzlich schloss, entbrannte eine Schlacht, aus der es für niemanden ein Entrinnen gab.

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