Wodanella hätte es nie für möglich gehalten, dass ihr ein Ort, an dem sie schon tausendmal gewesen war, plötzlich so völlig fremd erscheinen konnte.
Als Tochter des mächtigsten Herrschers der Unterwasserwelt kannte sie das Reich ihres Vaters wahrscheinlich besser als jeder Untertan des Königs. Denn innerhalb seines Machtbereichs durfte sie sich frei bewegen. Es gab keine Tabuzonen.
Trotz der zahllosen idyllischen Rückzugsplätze, die vom blauen Meerwasser wie mit einem schützenden Kokon umspült wurden, und die sie je nach Stimmung gerne aufsuchte, hatte sie ein besonderes Fleckchen am Meeresboden für sich entdeckt, dem sie stets zustrebte, wenn sie ihr aufgewühltes Inneres beruhigen musste. Hier ließ sie sich jetzt in der sanften Meeresströmung zwischen dem zur Wasseroberfläche strebenden Seetang treiben.
Dabei gerieten zwei gegensätzliche Gefühle in ihrem Herzen aneinander. Zum einen hatte sie den Eindruck, die ihr eigentlich vertraute Umgebung zum ersten Mal wahrzunehmen, zum anderen verspürte sie den Zwang, sich von ihr verabschieden zu müssen, da sie bald zu einer Reise aufbrechen würde, für die keine Rückkehr vorgesehen war.
Für die erste Pein fand sie keine Erklärung, für die zweite schon. Ihr Vater hatte beschlossen, mit den Wesen, die über der Wasseroberfläche ihr Dasein fristeten, in Kontakt zu treten. Zu dieser Entscheidung sei er gekommen, so verkündete er, weil er trotz seiner langen, erfahrungsreichen Regierungszeit nicht mehr nachvollziehen konnte, was die da oben im Schilde führten. Immer öfters maßten sie sich an, in seine Welt vorzudringen und ihr Schäden zuzufügen, die bald nicht mehr zu korrigieren waren.
Bevor er angesichts dieser Untaten mit derselben Rücksichtslosigkeit einen Gegenschlag auszuführen gedachte, wollte er gerne in Erfahrung bringen, ob sich die Probleme einvernehmlich lösen ließen. Um die Dringlichkeit seines Anliegens angemessen zum Ausdruck zu bringen, hatte er entschieden, seine Tochter mit den Verhandlungen zu beauftragen.
Im Gegensatz zu ihm war sich Wodanella keinesfalls sicher, dass die „Luftholer“ überhaupt begreifen würden, was es bedeutete, wenn der Unterwasserherrscher sein einziges Kind auf eine solche Mission schickte. Von solchen Zweifeln geplagt, begann sie ihre Reisevorbereitungen zu planen.
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Als Tochter des mächtigsten Herrschers der Unterwasserwelt kannte sie das Reich ihres Vaters wahrscheinlich besser als jeder Untertan des Königs. Denn innerhalb seines Machtbereichs durfte sie sich frei bewegen. Es gab keine Tabuzonen.
Trotz der zahllosen idyllischen Rückzugsplätze, die vom blauen Meerwasser wie mit einem schützenden Kokon umspült wurden, und die sie je nach Stimmung gerne aufsuchte, hatte sie ein besonderes Fleckchen am Meeresboden für sich entdeckt, dem sie stets zustrebte, wenn sie ihr aufgewühltes Inneres beruhigen musste. Hier ließ sie sich jetzt in der sanften Meeresströmung zwischen dem zur Wasseroberfläche strebenden Seetang treiben.
Dabei gerieten zwei gegensätzliche Gefühle in ihrem Herzen aneinander. Zum einen hatte sie den Eindruck, die ihr eigentlich vertraute Umgebung zum ersten Mal wahrzunehmen, zum anderen verspürte sie den Zwang, sich von ihr verabschieden zu müssen, da sie bald zu einer Reise aufbrechen würde, für die keine Rückkehr vorgesehen war.
Für die erste Pein fand sie keine Erklärung, für die zweite schon. Ihr Vater hatte beschlossen, mit den Wesen, die über der Wasseroberfläche ihr Dasein fristeten, in Kontakt zu treten. Zu dieser Entscheidung sei er gekommen, so verkündete er, weil er trotz seiner langen, erfahrungsreichen Regierungszeit nicht mehr nachvollziehen konnte, was die da oben im Schilde führten. Immer öfters maßten sie sich an, in seine Welt vorzudringen und ihr Schäden zuzufügen, die bald nicht mehr zu korrigieren waren.
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