Faroma schaute vom Heck des Drachenbootes zu der mächtigen Burganlage hinüber, die hoch über den Klippen der Felsinsel vor ihnen thronte. Neben ihr stand ihre Gefährtin Gwynthia, die sich nicht um das Ziel ihrer Reise zu kümmern schien, sondern ein achtsames Auge auf die drei Pferde geworfen hatte, die der Anführer der Kriegsschar gerade festband.
Die Aumma-Kriegerin musste schmunzeln. Bei Sonnenaufgang hatte es noch nicht danach ausgesehen, dass sie mit ihren Reittieren jemals auf das Boot gelangen konnten, zumindest nicht als freie Mitreisende. Die Besatzung hätte es wohl lieber gesehen, wenn sie gefesselt zwischen den Ruderbänken liegen würden, um im nächsten Hafen in die Sklaverei verkauft werden zu können. Auch ihre Rosse und Waffen wären sicherlich einen ordentlichen Batzen Goldstücke wert gewesen. Doch Dank der besonderen Fähigkeiten ihrer beiden Ragusa-Pferde war ihnen dieses Schicksal erspart geblieben.
Als Faroma und Gwynthia die Pferde vom Felsen der Ragusa geholt – oder wahrheitsgemäßer – gestohlen hatten, wusste nur Gwynthia, was sie so außergewöhnlich machte. Faroma erfuhr es erst während des Fluchtrittes. Denn als ihre Beute mit ihr auf dem Rücken vom Bergplateau in den vermeintlichen Abgrund galoppierte, und sie sich schon zerschmettert in der Tiefe liegen sah, eilte das Tier graziös wie ein Pegasus nach unten. Unbeschadet brachte es sie zum Fuß des Gipfels, wo sie Gwynthia bereits erwartete. Dort verriet ihr die Gefährtin, dass die Ahnen der Ragusa vor Tausenden von Jahren für andere Völker unsichtbare Pfade in den Lüften geschaffen hatten, auf denen sich deren Pferde noch heute fortbewegen konnten.
Im Besitz dieses fast verschollen gegangenen Wissens erdachten sie eine List, um auf das Boot der Meeresabenteurer zu gelangen, das sie zur Insel bringen sollte. Dazu näherte sich Faroma der am Ufer lagernden Schar allein über einen schmalen Landweg. Und wie vorausgeahnt, umzingelten die Krieger die Reiterin samt ihrem Packpferd, sobald sie sich sicher waren, dass die Fremde wirklich ohne Begleitung ritt.
Doch bevor sie Faroma aus dem Sattel reißen konnten, stürzte sich Gwynthia von oben herab mitten in das Getümmel und stieß etliche der rauen Gesellen zu Boden. Vor der fliegenden Amazone wichen die Angreifer zurück und gaben sich ihr geschlagen. Sie erklärten sich auch nach kurzer Verhandlung dazu bereit, die beiden Kriegerinnen zur Insel zu bringen. In ihrer Panik wagten sie nicht einmal danach zu fragen, warum die Beiden nicht auf ihren fliegenden Rössern zur Burg übersetzten.
Jetzt wurde das Boot von der Mannschaft Richtung Insel getrieben. Der Seemann, der hinter Faroma am Steuerruder stand, schien bereits eine Stelle am Strand für die Landung ins Auge gefasst zu haben, auf die er unbeirrt Kurs nahm. Lange konnte es nicht mehr dauern, bis sie ihr Ziel erreichen würden. Sie mussten nur zwischen zwei Felsnadeln, die aus dem Wasser ragten, hindurch manövrieren, dann lagen bloß noch zwanzig Bootslängen freies Meer vor ihnen. Als sie das erreichten, schaute Faroma zu Gwynthia hinüber und sah über die Schulter der Gefährtin hinweg einen riesiges Ungeheuer aus den Fluten emportauchen, das mit aufgerissenem Rachen auf sie zuschoss.
NÄCHSTES KAPITEL >>>
Die Aumma-Kriegerin musste schmunzeln. Bei Sonnenaufgang hatte es noch nicht danach ausgesehen, dass sie mit ihren Reittieren jemals auf das Boot gelangen konnten, zumindest nicht als freie Mitreisende. Die Besatzung hätte es wohl lieber gesehen, wenn sie gefesselt zwischen den Ruderbänken liegen würden, um im nächsten Hafen in die Sklaverei verkauft werden zu können. Auch ihre Rosse und Waffen wären sicherlich einen ordentlichen Batzen Goldstücke wert gewesen. Doch Dank der besonderen Fähigkeiten ihrer beiden Ragusa-Pferde war ihnen dieses Schicksal erspart geblieben.
Als Faroma und Gwynthia die Pferde vom Felsen der Ragusa geholt – oder wahrheitsgemäßer – gestohlen hatten, wusste nur Gwynthia, was sie so außergewöhnlich machte. Faroma erfuhr es erst während des Fluchtrittes. Denn als ihre Beute mit ihr auf dem Rücken vom Bergplateau in den vermeintlichen Abgrund galoppierte, und sie sich schon zerschmettert in der Tiefe liegen sah, eilte das Tier graziös wie ein Pegasus nach unten. Unbeschadet brachte es sie zum Fuß des Gipfels, wo sie Gwynthia bereits erwartete. Dort verriet ihr die Gefährtin, dass die Ahnen der Ragusa vor Tausenden von Jahren für andere Völker unsichtbare Pfade in den Lüften geschaffen hatten, auf denen sich deren Pferde noch heute fortbewegen konnten.
Im Besitz dieses fast verschollen gegangenen Wissens erdachten sie eine List, um auf das Boot der Meeresabenteurer zu gelangen, das sie zur Insel bringen sollte. Dazu näherte sich Faroma der am Ufer lagernden Schar allein über einen schmalen Landweg. Und wie vorausgeahnt, umzingelten die Krieger die Reiterin samt ihrem Packpferd, sobald sie sich sicher waren, dass die Fremde wirklich ohne Begleitung ritt.
Doch bevor sie Faroma aus dem Sattel reißen konnten, stürzte sich Gwynthia von oben herab mitten in das Getümmel und stieß etliche der rauen Gesellen zu Boden. Vor der fliegenden Amazone wichen die Angreifer zurück und gaben sich ihr geschlagen. Sie erklärten sich auch nach kurzer Verhandlung dazu bereit, die beiden Kriegerinnen zur Insel zu bringen. In ihrer Panik wagten sie nicht einmal danach zu fragen, warum die Beiden nicht auf ihren fliegenden Rössern zur Burg übersetzten.
Jetzt wurde das Boot von der Mannschaft Richtung Insel getrieben. Der Seemann, der hinter Faroma am Steuerruder stand, schien bereits eine Stelle am Strand für die Landung ins Auge gefasst zu haben, auf die er unbeirrt Kurs nahm. Lange konnte es nicht mehr dauern, bis sie ihr Ziel erreichen würden. Sie mussten nur zwischen zwei Felsnadeln, die aus dem Wasser ragten, hindurch manövrieren, dann lagen bloß noch zwanzig Bootslängen freies Meer vor ihnen. Als sie das erreichten, schaute Faroma zu Gwynthia hinüber und sah über die Schulter der Gefährtin hinweg einen riesiges Ungeheuer aus den Fluten emportauchen, das mit aufgerissenem Rachen auf sie zuschoss.
NÄCHSTES KAPITEL >>>
Ihnen hat die Geschichte gefallen und Sie möchten gerne weitere Faroma-Stories lesen?
Dann würden wir uns freuen, wenn Sie uns mit einem finanziellen Beitrag unterstützen würden, damit wir diese Serie leichter fortsetzen können.
Bitte klicken Sie hier, um zu den Zahlungsinformationen zu gelangen.
Vielen Dank
Dann würden wir uns freuen, wenn Sie uns mit einem finanziellen Beitrag unterstützen würden, damit wir diese Serie leichter fortsetzen können.
Bitte klicken Sie hier, um zu den Zahlungsinformationen zu gelangen.
Vielen Dank
