Faroma und Gwynthia standen Rücken an Rücken. Den Überraschungsangriff hatten sie abgewehrt. Keiner der Gegner war mit dem Leben davongekommen. Doch die beiden Kriegerinnen ahnten, dass dieses Geplänkel nur der Auftakt eines weitaus gefährlicheren Kampfes gewesen sein konnte.
Offensichtlich hatten ihre Feinde sie unterschätzt und deshalb nur mit acht Kriegern angegriffen. Diesen Fehler würden sie wahrscheinlich nicht wiederholen. Wie zur Bestätigung dieser Befürchtung erzitterte die Luft plötzlich unter dem Klirren aneinanderschlagenden Eisens. Begleitet wurde die metallene Melodie von dem dumpfen Dröhnen einer im Gleichschritt heranmarschierenden Schar. Kurz darauf waren sie von einem Heer eingeschlossen, dessen Waffen und Rüstungen im Sonnenlicht funkelten. Faroma schätzte, dass mehrere hundert Gegner diesen Ring bildeten.
„Wenn wir zu zweit mit ihnen fertig werden müssen, wird es zu lange dauern, bis wir sie in die Flucht geschlagen haben“, raunte Gwynthia Faroma über die Schulter zu.
„Das befürchte ich auch“, erwiderte Faroma mit einem sarkastischen Unterton in der Stimme. „Dein letzter Pfeil wird sie nicht alle mit einmal durchbohren können. Und mein Speer und mein Schwert werden stumpf sein, bevor die Übriggebliebenen am Boden liegen.“
„Dann hättest du bestimmt nichts dagegen, wenn wir ein paar Verbündete ins Boot holen?“, fragte Gwynthia, unbeeindruckt von Faromas Sarkasmus, in normalem Tonfall.
Dagegen hätte ich tatsächlich nichts, musste sich Faroma eingestehen. Nur, wo sollte die Unterstützung herkommen? Gwynthia war wohl dabei, den Verstand zu verlieren? Statt zu antworten, gab Faroma ein verärgertes Schnauben von sich.
„Gut. Das klang für mich wie deine Zustimmung“, fuhr Gwynthia fort. Noch immer hörten sich ihre Worte völlig ernst an und nicht wie der Galgenhumor einer hoffnungslos Verlorenen.
„Tausend Ritter sollten reichen, um mit dem Spuk fertig zu werden.“ Faroma beschloss, auf Gwynthias Spiel einzugehen. Gleich wäre ohnehin alles vorbei. Warum also nicht mit einem lächelnden Herzen sterben?
„Mal sehen, ob die Schuld, die ich einzufordern gedenke, eine solche Streitmacht wert ist?“ Gwynthia stieß ihre rechte Faust in die Luft. Dazu rief sie beschwörend „Danúa lad nawa!“
Wieder lag ein Eisenklirren in der Luft. Doch diesmal klang es in Faromas Ohren nicht unheilverkündend, sondern wie ein Lied, das die Zukunft besang. Zwanzig Lanzenreiter umringten sie plötzlich schützend. Im Rücken des feindlichen Heeres brandete Schlachtenlärm auf. Stahl traf auf Stahl. Pferde wieherten aufgeregt. Dazwischen gellten die Schreie verwundeter und sterbender Kämpfer.
Im inneren Kreis der Widersacher entstand Unruhe. Ein Teil der Gegner wandte sich nach hinten, um dort ihr Heer zu unterstützen. Die anderen drängte gegen die beiden Kriegerinnen und deren Verbündete.
Faroma und Gwynthia schlängelten sich zwischen den Pferden ihrer Beschützer hindurch nach vorn. Gwynthias letzter Pfeil riss einen hünenhaften Angreifer von den Beinen. Sie warf den nutzlos gewordenen Bogen zu Boden und kämpfte mit ihrem Schwert weiter. Faroma stieß mit dem Spieß in die Reihen der Gegner, bis das Gedränge so dicht wurde, dass ihr diese Waffe nichts mehr nützte. Sie ließ sie fallen. Fortan hieb und stach sie ebenfalls mit dem Schwert um sich.
Wie lange das Gemetzel dauerte, konnte Faroma im Nachhinein nicht mehr sagen. Sie senkte ihre Klinge erst, als nur noch ein einsamer Kämpfer über die Walstatt taumelte. Sie wollte ihm zurufen, dass genug Blut vergossen sei und sie sich nicht auch noch gegenseitig umbringen mussten. Er solle seiner Wege gehen. Da erkannte sie, dass es Gwynthia war, die auf sie zu kam. Erleichtert lief sie zur Gefährtin, packte sie an den Schultern und drückte sie an sich. Nach einer Weile flüsterte ihr Gwynthia zu: „Ich glaube, ich bin dir eine Erklärung schuldig.“
NÄCHSTES KAPITEL >>>
Offensichtlich hatten ihre Feinde sie unterschätzt und deshalb nur mit acht Kriegern angegriffen. Diesen Fehler würden sie wahrscheinlich nicht wiederholen. Wie zur Bestätigung dieser Befürchtung erzitterte die Luft plötzlich unter dem Klirren aneinanderschlagenden Eisens. Begleitet wurde die metallene Melodie von dem dumpfen Dröhnen einer im Gleichschritt heranmarschierenden Schar. Kurz darauf waren sie von einem Heer eingeschlossen, dessen Waffen und Rüstungen im Sonnenlicht funkelten. Faroma schätzte, dass mehrere hundert Gegner diesen Ring bildeten.
„Wenn wir zu zweit mit ihnen fertig werden müssen, wird es zu lange dauern, bis wir sie in die Flucht geschlagen haben“, raunte Gwynthia Faroma über die Schulter zu.
„Das befürchte ich auch“, erwiderte Faroma mit einem sarkastischen Unterton in der Stimme. „Dein letzter Pfeil wird sie nicht alle mit einmal durchbohren können. Und mein Speer und mein Schwert werden stumpf sein, bevor die Übriggebliebenen am Boden liegen.“
„Dann hättest du bestimmt nichts dagegen, wenn wir ein paar Verbündete ins Boot holen?“, fragte Gwynthia, unbeeindruckt von Faromas Sarkasmus, in normalem Tonfall.
Dagegen hätte ich tatsächlich nichts, musste sich Faroma eingestehen. Nur, wo sollte die Unterstützung herkommen? Gwynthia war wohl dabei, den Verstand zu verlieren? Statt zu antworten, gab Faroma ein verärgertes Schnauben von sich.
„Gut. Das klang für mich wie deine Zustimmung“, fuhr Gwynthia fort. Noch immer hörten sich ihre Worte völlig ernst an und nicht wie der Galgenhumor einer hoffnungslos Verlorenen.
„Tausend Ritter sollten reichen, um mit dem Spuk fertig zu werden.“ Faroma beschloss, auf Gwynthias Spiel einzugehen. Gleich wäre ohnehin alles vorbei. Warum also nicht mit einem lächelnden Herzen sterben?
„Mal sehen, ob die Schuld, die ich einzufordern gedenke, eine solche Streitmacht wert ist?“ Gwynthia stieß ihre rechte Faust in die Luft. Dazu rief sie beschwörend „Danúa lad nawa!“
Wieder lag ein Eisenklirren in der Luft. Doch diesmal klang es in Faromas Ohren nicht unheilverkündend, sondern wie ein Lied, das die Zukunft besang. Zwanzig Lanzenreiter umringten sie plötzlich schützend. Im Rücken des feindlichen Heeres brandete Schlachtenlärm auf. Stahl traf auf Stahl. Pferde wieherten aufgeregt. Dazwischen gellten die Schreie verwundeter und sterbender Kämpfer.
Im inneren Kreis der Widersacher entstand Unruhe. Ein Teil der Gegner wandte sich nach hinten, um dort ihr Heer zu unterstützen. Die anderen drängte gegen die beiden Kriegerinnen und deren Verbündete.
Faroma und Gwynthia schlängelten sich zwischen den Pferden ihrer Beschützer hindurch nach vorn. Gwynthias letzter Pfeil riss einen hünenhaften Angreifer von den Beinen. Sie warf den nutzlos gewordenen Bogen zu Boden und kämpfte mit ihrem Schwert weiter. Faroma stieß mit dem Spieß in die Reihen der Gegner, bis das Gedränge so dicht wurde, dass ihr diese Waffe nichts mehr nützte. Sie ließ sie fallen. Fortan hieb und stach sie ebenfalls mit dem Schwert um sich.
Wie lange das Gemetzel dauerte, konnte Faroma im Nachhinein nicht mehr sagen. Sie senkte ihre Klinge erst, als nur noch ein einsamer Kämpfer über die Walstatt taumelte. Sie wollte ihm zurufen, dass genug Blut vergossen sei und sie sich nicht auch noch gegenseitig umbringen mussten. Er solle seiner Wege gehen. Da erkannte sie, dass es Gwynthia war, die auf sie zu kam. Erleichtert lief sie zur Gefährtin, packte sie an den Schultern und drückte sie an sich. Nach einer Weile flüsterte ihr Gwynthia zu: „Ich glaube, ich bin dir eine Erklärung schuldig.“
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