Faroma und Gwynthia hatten es geschafft, den See des geschmolzenen Gesteins zu durchqueren. Die Angreifer hielten sie für Angehörige der eigenen Streitmacht, die unbedingt als erste am Feind sein wollten. Für ihr tollkühnes aber auch verrücktes Ansinnen feuerten sie die Beide lautstark an.
Zum Glück gingen die Zurufe im allgemeinen Lärm der heranrückenden Horden und dem Bersten der Felsformationen unter, so dass die Ragusa dadurch nicht auf die Kriegerinnen aufmerksam wurden und sie unter Beschuss nahmen. Am Ufer des Lavasees versperrte nur noch eine leicht überwindbare Bergkette die Sicht auf die Festung. Ohne große Mühe erreichten Faroma und Gwynthia deren höchsten Punkt. Von dort aus bot sich ihnen der Blick in eine andere Welt.
Während hinter ihnen ein ganzer Landstrich von lodernden Flammen verschlungen wurde, grünte vor ihnen eine fruchtbare Ebene. Wälder, Wiesen und Felder erstreckten sich bis zum Horizont. Lediglich die Mauern der Burg und ein davor Stellung beziehendes Heer störten die Idylle. Gwynthias Vermutung erwies sich als richtig. Die Ragusa suchten die offenen Feldschlacht, anstatt den Feind im Schutz der Festung abzuwehren.
Den Beiden war klar, dass sie sich inmitten von Kundschaftern befinden mussten, die nicht zögern würden, sie zu überwältigen oder schlimmstenfalls mit Pfeilen zu spicken, sobald sie sie entdeckt hätten. Vorsichtig, jede Deckung nutzend, huschten sie von der Anhöhe herunter, an deren Fuß sie sich im Wald verbergen konnten. Jetzt galt es, einen Plan zu schmieden, wie sie sich den Ragusa als Verbündete zu offenbaren vermochten, ohne in einen Kampf verwickelt zu werden.
Nach langem Hin und Her ließ sich Faroma davon überzeugen, auf Gwynthias bewährte Taktik zurückzugreifen, die erneut in die Gestalt eines Tieres schlüpfen wollte, um so in Kontakt mit den Ragusa treten zu können. Gwynthia entschloss sich, sich in eine weiße Wölfin zu verwandeln. Einem so seltenen Geschöpf, mutmaßte sie, würde der nötige Respekt zuteilwerden, den sie zur Erfüllung ihrer Mission brauchte. Bevor sie auf leisen Pfoten davonschlich, prägte sie sich die Umgebung ihres Versteckes ein, in dem Faroma bis zu ihrer Rückkehr ausharren sollte.
Als Gwynthia losgezogen war, hatten die ersten Sonnenstrahlen den Beginn des Tages angekündigt, jetzt verschwand das letzte Licht aus Faromas Versteck, unter den freigespülten Wurzeln einer mächtigen Eiche. Langsam quälte sie die Sorge, dass Gwynthia in Schwierigkeiten geraten sein könnte. Da es keinen Sinn machte, in der Dunkelheit nach ihr zu suchen, bereitete sich Faroma schweren Herzens auf eine einsame Nacht vor. An Schlaf war nicht zu denken.
Mit geschlossenen Augen lauschte sie in die Finsternis hinein. Sie war sich sicher, alle Aufmerksamkeit in ihr Gehör gelegt zu haben, und dabei die ganze Zeit hoch konzentriert gewesen zu sein. Doch als sie plötzlich von einem bis dahin nicht vernommenen Geräusch hochschreckte, erkannte sie, dass sie der Schlaf dennoch übermannt hatte. Ein Scharren und leises Wimmern kündigte die akustische Veränderung an. Da es immer lauter wurde, vermutete sie, dass sich ihr etwas näherte.
Bald erfassten auch ihre Augen, trotz der nächtlichen Schwärze, den hellen Fleck, der heran zu kriechen schien. Die weiße Wölfin schleppte sich mit letzten Kräften unter das Wurzelgeflecht. Drei Pfeile steckten in ihrem Fell. Blutrote Lachen hatten sich um die Schäfte gesammelt. Vor diesen Wunden schreckte Faroma nicht zurück. Doch die Tränen, die aus den Augen der Wölfin sickerten, versetzten ihrem Herzen einen schmerzlichen Stich.
NÄCHSTES KAPITEL >>>
Zum Glück gingen die Zurufe im allgemeinen Lärm der heranrückenden Horden und dem Bersten der Felsformationen unter, so dass die Ragusa dadurch nicht auf die Kriegerinnen aufmerksam wurden und sie unter Beschuss nahmen. Am Ufer des Lavasees versperrte nur noch eine leicht überwindbare Bergkette die Sicht auf die Festung. Ohne große Mühe erreichten Faroma und Gwynthia deren höchsten Punkt. Von dort aus bot sich ihnen der Blick in eine andere Welt.
Während hinter ihnen ein ganzer Landstrich von lodernden Flammen verschlungen wurde, grünte vor ihnen eine fruchtbare Ebene. Wälder, Wiesen und Felder erstreckten sich bis zum Horizont. Lediglich die Mauern der Burg und ein davor Stellung beziehendes Heer störten die Idylle. Gwynthias Vermutung erwies sich als richtig. Die Ragusa suchten die offenen Feldschlacht, anstatt den Feind im Schutz der Festung abzuwehren.
Den Beiden war klar, dass sie sich inmitten von Kundschaftern befinden mussten, die nicht zögern würden, sie zu überwältigen oder schlimmstenfalls mit Pfeilen zu spicken, sobald sie sie entdeckt hätten. Vorsichtig, jede Deckung nutzend, huschten sie von der Anhöhe herunter, an deren Fuß sie sich im Wald verbergen konnten. Jetzt galt es, einen Plan zu schmieden, wie sie sich den Ragusa als Verbündete zu offenbaren vermochten, ohne in einen Kampf verwickelt zu werden.
Nach langem Hin und Her ließ sich Faroma davon überzeugen, auf Gwynthias bewährte Taktik zurückzugreifen, die erneut in die Gestalt eines Tieres schlüpfen wollte, um so in Kontakt mit den Ragusa treten zu können. Gwynthia entschloss sich, sich in eine weiße Wölfin zu verwandeln. Einem so seltenen Geschöpf, mutmaßte sie, würde der nötige Respekt zuteilwerden, den sie zur Erfüllung ihrer Mission brauchte. Bevor sie auf leisen Pfoten davonschlich, prägte sie sich die Umgebung ihres Versteckes ein, in dem Faroma bis zu ihrer Rückkehr ausharren sollte.
Als Gwynthia losgezogen war, hatten die ersten Sonnenstrahlen den Beginn des Tages angekündigt, jetzt verschwand das letzte Licht aus Faromas Versteck, unter den freigespülten Wurzeln einer mächtigen Eiche. Langsam quälte sie die Sorge, dass Gwynthia in Schwierigkeiten geraten sein könnte. Da es keinen Sinn machte, in der Dunkelheit nach ihr zu suchen, bereitete sich Faroma schweren Herzens auf eine einsame Nacht vor. An Schlaf war nicht zu denken.
Mit geschlossenen Augen lauschte sie in die Finsternis hinein. Sie war sich sicher, alle Aufmerksamkeit in ihr Gehör gelegt zu haben, und dabei die ganze Zeit hoch konzentriert gewesen zu sein. Doch als sie plötzlich von einem bis dahin nicht vernommenen Geräusch hochschreckte, erkannte sie, dass sie der Schlaf dennoch übermannt hatte. Ein Scharren und leises Wimmern kündigte die akustische Veränderung an. Da es immer lauter wurde, vermutete sie, dass sich ihr etwas näherte.
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