Nachdem Faroma Gwynthias Verletzungen untersucht hatte, wurde ihr klar, dass ihr die Fähigkeiten fehlten, diese Wunden ordentlich versorgen zu können. Wäre sie selbst von den Pfeilen durchbohrt worden, hätte es Gwynthia sicherlich keine große Mühe bereitet, sie wieder auf die Beine zu bringen. Aber da Faroma jetzt in die Rolle der Heilerin schlüpfen musste, erkannte sie ganz deutlich ihre Grenzen. Sie benötigte Hilfe.
Da sie Gwynthia, die sich noch immer im Körper der weißen Wölfin verbarg, unmöglich aus dem Versteck herausschaffen konnte, blieb ihr nichts Anderes übrig, als bei den Ragusa um Unterstützung zu bitten. Leise erklärte sie Gwynthia ihr Vorhaben. Eine schwache Kopfbewegung der Gefährtin ließ sie annehmen, dass sie verstand, was auf dem Spiel stand.
Beim ersten Tagesdämmern huschte Faroma mit Schwert und Bogen bewaffnet unter der Baumwurzel hervor. Sie wollte zwar nicht kämpfen, aber bei einem eventuellen Angriff auch nicht schutzlos sein. Im Wald traf sie auf keine Ragusa. Wahrscheinlich erkundeten deren Späher die Frontlinie, die sich weit hinter ihr, jenseits der Felsformationen, erstreckte. Und den Boten, die zwischen Hauptheer und feindlichen Linien hin- und hergeschickt wurden, fehlte die Zeit, sich um eine einsam umherstreifende Kriegerin zu kümmern.
Am Waldrand angekommen, änderte sich diese Situation. Zwanzig Pfeilschussweiten entfernt erhoben sich die mächtigen Mauern der Ragusa-Festung. Davor hatte eine vieltausendköpfige Streitmacht Stellung bezogen. Als sie und Gwynthia dieses Heer von den Berghöhen aus das erste Mal in Augenschein nehmen konnte, war es ihnen noch als kompakte graue Masse erschienen. Jetzt jedoch vermochte sie fast jeden einzelnen Kämpfer zu erkennen und nahm ein ständiges Kommen und Gehen vor den Reihen der Krieger wahr.
Etwas abseits von ihrem Standort bewegte sich ein Menschenzug aus dem Wald heraus. In schwarze Kutten gehüllte Gestalten strebten zur Burg hin. Faroma vermutete, dass das die Druiden sein mussten, die mit ihrer mächtigen Magie einen Steinwall aus dem Wasser des Sees erschaffen hatten, vor dem das feindliche Heer zum Stehen gekommen war und die sich jetzt zurückzogen.
Sie konnte ihr Glück kaum fassen. Die magischen heilenden Kräfte der Druiden brauchte Gwynthia dringend, um von ihren Wunden zu genesen. Alle Vorsicht außeracht lassend eilte Faroma zu der Stelle am Waldrand, an der die Magier zwischen den Bäumen hervortraten. Gute Mächte schienen ihre Hände schützend über sie ausgebreitet zu haben, denn niemand griff sie an.
Als Faroma sich dem Zug bis auf wenige Schritte genähert hatte, überfiel sie eine plötzliche Heiterkeit. In ihrer Phantasie malte sie sich aus, dass die Druiden nicht zu einer wahrscheinlich bald belagerten Burg unterwegs waren, sondern der Einladung zu einer Grillparty folgten. Vielleicht lag es an ihrem leeren Magen, dass sie die lodernden Feuer auf dem Burghof, über denen Ochsen und Schweine sich an Spießen drehten, förmlich sehen, riechen und schmecken konnte. Für Augenblicke gab sie sich diesem Trugbild hin, dann kehrte sie in die Realität zurück.
Den nächsten Magier, der den Wald verließ, packte sie am Ärmel seiner Kutte und zerrte ihn aus der Reihe. Sein Hintermann wollte ihm schon zur Hilfe eilen, doch der Druide bedeutete ihm, weiterzugehen.
Faroma erklärte dem Druiden in wenigen Sätzen, warum sie sich so überfallartig auf ihn gestürzt hatte. Als sie ihn anschließend mit flehendem Blick ins Gesicht schaute, deutete er mit einem Nicken an, dass er ihr helfen würde.
Erleichtert umfasste sie seine Schultern und drückte ihn an sich. Dann führte sie ihn zurück unter das grüne Blätterdach. Da der Druide in seiner Kutte nicht so schnell laufen konnte wie Faroma, kam ihr die Zeit, die sie jetzt brauchten, um das Versteck zu erreichen, unendlich lang vor
Die letzte Bogenschussweite eilte Faroma voraus. Sie wollte Gwynthia nicht länger allein lassen. Außerdem beschäftigte sie der Gedanke, ob die Gefährtin bereits wieder ihre menschliche Gestalt angenommen hatte.
Doch als sie sich hinhockte und auf allen Vieren unter die Baumwurzeln kroch, fand sie das Versteck leer vor.
NÄCHSTES KAPITEL >>>
Da sie Gwynthia, die sich noch immer im Körper der weißen Wölfin verbarg, unmöglich aus dem Versteck herausschaffen konnte, blieb ihr nichts Anderes übrig, als bei den Ragusa um Unterstützung zu bitten. Leise erklärte sie Gwynthia ihr Vorhaben. Eine schwache Kopfbewegung der Gefährtin ließ sie annehmen, dass sie verstand, was auf dem Spiel stand.
Beim ersten Tagesdämmern huschte Faroma mit Schwert und Bogen bewaffnet unter der Baumwurzel hervor. Sie wollte zwar nicht kämpfen, aber bei einem eventuellen Angriff auch nicht schutzlos sein. Im Wald traf sie auf keine Ragusa. Wahrscheinlich erkundeten deren Späher die Frontlinie, die sich weit hinter ihr, jenseits der Felsformationen, erstreckte. Und den Boten, die zwischen Hauptheer und feindlichen Linien hin- und hergeschickt wurden, fehlte die Zeit, sich um eine einsam umherstreifende Kriegerin zu kümmern.
Am Waldrand angekommen, änderte sich diese Situation. Zwanzig Pfeilschussweiten entfernt erhoben sich die mächtigen Mauern der Ragusa-Festung. Davor hatte eine vieltausendköpfige Streitmacht Stellung bezogen. Als sie und Gwynthia dieses Heer von den Berghöhen aus das erste Mal in Augenschein nehmen konnte, war es ihnen noch als kompakte graue Masse erschienen. Jetzt jedoch vermochte sie fast jeden einzelnen Kämpfer zu erkennen und nahm ein ständiges Kommen und Gehen vor den Reihen der Krieger wahr.
Etwas abseits von ihrem Standort bewegte sich ein Menschenzug aus dem Wald heraus. In schwarze Kutten gehüllte Gestalten strebten zur Burg hin. Faroma vermutete, dass das die Druiden sein mussten, die mit ihrer mächtigen Magie einen Steinwall aus dem Wasser des Sees erschaffen hatten, vor dem das feindliche Heer zum Stehen gekommen war und die sich jetzt zurückzogen.
Sie konnte ihr Glück kaum fassen. Die magischen heilenden Kräfte der Druiden brauchte Gwynthia dringend, um von ihren Wunden zu genesen. Alle Vorsicht außeracht lassend eilte Faroma zu der Stelle am Waldrand, an der die Magier zwischen den Bäumen hervortraten. Gute Mächte schienen ihre Hände schützend über sie ausgebreitet zu haben, denn niemand griff sie an.
Als Faroma sich dem Zug bis auf wenige Schritte genähert hatte, überfiel sie eine plötzliche Heiterkeit. In ihrer Phantasie malte sie sich aus, dass die Druiden nicht zu einer wahrscheinlich bald belagerten Burg unterwegs waren, sondern der Einladung zu einer Grillparty folgten. Vielleicht lag es an ihrem leeren Magen, dass sie die lodernden Feuer auf dem Burghof, über denen Ochsen und Schweine sich an Spießen drehten, förmlich sehen, riechen und schmecken konnte. Für Augenblicke gab sie sich diesem Trugbild hin, dann kehrte sie in die Realität zurück.
Den nächsten Magier, der den Wald verließ, packte sie am Ärmel seiner Kutte und zerrte ihn aus der Reihe. Sein Hintermann wollte ihm schon zur Hilfe eilen, doch der Druide bedeutete ihm, weiterzugehen.
Faroma erklärte dem Druiden in wenigen Sätzen, warum sie sich so überfallartig auf ihn gestürzt hatte. Als sie ihn anschließend mit flehendem Blick ins Gesicht schaute, deutete er mit einem Nicken an, dass er ihr helfen würde.
Erleichtert umfasste sie seine Schultern und drückte ihn an sich. Dann führte sie ihn zurück unter das grüne Blätterdach. Da der Druide in seiner Kutte nicht so schnell laufen konnte wie Faroma, kam ihr die Zeit, die sie jetzt brauchten, um das Versteck zu erreichen, unendlich lang vor
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