Kaum hatte Faroma ihren Wunsch ausgesprochen, da ergriff der Elf ihre Hand. „Komm!“, forderte er sie auf.
Sie widersetzte sich seinem Drängen. „Wir können nicht verschwinden! Dort ist Gwynthia“, sie zeigte auf einen der weißen Wölfe. „Sie braucht meine Hilfe.“
Doch der Elf blieb unbeeindruckte. Er zog sie hinter sich her. Stolpernd musste sie ihm folgen. Als sie wieder Tritt gefasst hatte, befanden sie sich plötzlich in einer vollkommen anderen Umgebung. Faroma war so überwältigt von dem Ortswechsel, dass sie ihren Unmut, von Gwynthia weggezerrt worden zu sein, vergaß.
Um sie herum türmten sich jetzt Bücherwände auf. Die Regale, in denen Bücher und auch Schriftrollen wohlsortiert aneinandergereiht waren, überragten die beiden um ein Vielfaches. Wie eine gut ausgebildete Streitmacht standen die Regale in Reihe und Glied. Ein breiter Gang unterteilten sie in einen linken und rechten Flügel, wobei die Flügel noch einmal von Seitenarmen, die vom Hauptgang abzweigten, durchzogen wurden.
Der Elf ließ Faroma keine Zeit, sich von ihrer Überraschung zu erholen. „Schließ deine Augen!“, befahl er ihr. Nachdem sie seinem Ansinnen nachgekommen war, packte er ihre Schultern und wirbelte sie um ihre eigene Achse, dann stieß er sie vorwärts.
Vom Schwindel benommen, taumelte Faroma zwischen den Bücherregalen entlang. Unzählige Mal prallte sie gegen die hölzernen Konstruktionen, bis sie zum Stehen kam.
„Öffne jetzt deine Augen!“, lautete die nächste Anweisung des Elfen. „Und greif nach dem Buch, das du zuerst sehen wirst! Schlag es auf und präge dir die Worte gut ein, die dort stehen!“
Die Doppelseite, die Faroma aufgeklappt hatte, wurde von Zeichen überzogen, die sie nicht entziffern konnte. Nur zwei Zeilen, die in der Mitte auf der linken Seite standen und die eine dicke Unterstreichung hervorhob, waren in einer Schrift gesetzt, die sie zu lesen vermochte. Zweimal schaffte sie es, den Text zu überfliegen, dann wurde ihr das Buch aus den Händen gerissen. Als sie danach griff, fasste sie nicht nur ins Leere, sondern sie befand sich nun auch wieder am Feuer im Wald. Dazu allein, ohne den Elfen, und mittlerweile vom ganzen Wolfsrudel, das sich aus der Dunkelheit herausgeschält hatte, umringt.
Sie wappnete sich mit Schild und Schwert, um sich wenigstens gegen den Angriff der hungrigen Tiere verteidigen zu können. Vielleicht würde Gwynthia nicht in den Kampf eingreifen? Vielleicht würde sie sich sogar darauf besinnen, wer sie wirklich war? Diese Überlegungen vereinnahmten Faromas Denken als das Rudel seine Jagd begann. Ein junger Wolf setzte zum Sprung an. Ihn konnte sie mit dem Schild einen Stoß versetzen, der ihn ins Feuer schleuderte. Den nächsten Jäger durchbohrte ihre Klinge. Auch der dritte Heißsporn bezahlte seinen Übermut mit dem Leben.
Doch Faroma erkannte, dass die Wölfe bald vereint über sie herfallen würden und damit ihr Schicksal besiegelt wäre. Mit Waffen und Kampfesmut ließ sich diese Schlacht nicht gewinnen. In ihrer Verzweiflung schrie sie die Worte der beiden Zeilen aus dem Buch in die Nacht. Falls die Ereignisse in der Bücherei nicht nur ihrer Fantasie entsprungen waren, konnte der ihr unverständliche Spruch, der ihr auf den Lippen lag, womöglich eine Wende in dem Geschehen herbeiführen.
Als das letzte Wort über der Wallstatt verhallte, begann die Buchmagie die ihr innewohnenden Kräfte zu entfalten. Winselnd, mit eingezogenen Schwänzen suchte ein Großteil der Wölfe das Weite. Nur drei Tiere, darunter die beiden weißen Anführer, blieben zurück. Doch auch an ihnen wirkte die Macht der Worte. Aus ihren Wolfskörpern erwuchsen sie zu menschlichen Kreaturen. In schwarze Kutten gehüllt, mit Schwertern in der Hand umringten sie Faroma, die, anstatt vor Schreck zu erstarren, erfreut aufschrie, denn eine der Gestalten warf ihr düsteres Gewand ab und erwies sich als Gwynthia.
NÄCHSTES KAPITEL >>>
Sie widersetzte sich seinem Drängen. „Wir können nicht verschwinden! Dort ist Gwynthia“, sie zeigte auf einen der weißen Wölfe. „Sie braucht meine Hilfe.“
Doch der Elf blieb unbeeindruckte. Er zog sie hinter sich her. Stolpernd musste sie ihm folgen. Als sie wieder Tritt gefasst hatte, befanden sie sich plötzlich in einer vollkommen anderen Umgebung. Faroma war so überwältigt von dem Ortswechsel, dass sie ihren Unmut, von Gwynthia weggezerrt worden zu sein, vergaß.
Um sie herum türmten sich jetzt Bücherwände auf. Die Regale, in denen Bücher und auch Schriftrollen wohlsortiert aneinandergereiht waren, überragten die beiden um ein Vielfaches. Wie eine gut ausgebildete Streitmacht standen die Regale in Reihe und Glied. Ein breiter Gang unterteilten sie in einen linken und rechten Flügel, wobei die Flügel noch einmal von Seitenarmen, die vom Hauptgang abzweigten, durchzogen wurden.
Der Elf ließ Faroma keine Zeit, sich von ihrer Überraschung zu erholen. „Schließ deine Augen!“, befahl er ihr. Nachdem sie seinem Ansinnen nachgekommen war, packte er ihre Schultern und wirbelte sie um ihre eigene Achse, dann stieß er sie vorwärts.
Vom Schwindel benommen, taumelte Faroma zwischen den Bücherregalen entlang. Unzählige Mal prallte sie gegen die hölzernen Konstruktionen, bis sie zum Stehen kam.
„Öffne jetzt deine Augen!“, lautete die nächste Anweisung des Elfen. „Und greif nach dem Buch, das du zuerst sehen wirst! Schlag es auf und präge dir die Worte gut ein, die dort stehen!“
Die Doppelseite, die Faroma aufgeklappt hatte, wurde von Zeichen überzogen, die sie nicht entziffern konnte. Nur zwei Zeilen, die in der Mitte auf der linken Seite standen und die eine dicke Unterstreichung hervorhob, waren in einer Schrift gesetzt, die sie zu lesen vermochte. Zweimal schaffte sie es, den Text zu überfliegen, dann wurde ihr das Buch aus den Händen gerissen. Als sie danach griff, fasste sie nicht nur ins Leere, sondern sie befand sich nun auch wieder am Feuer im Wald. Dazu allein, ohne den Elfen, und mittlerweile vom ganzen Wolfsrudel, das sich aus der Dunkelheit herausgeschält hatte, umringt.
Sie wappnete sich mit Schild und Schwert, um sich wenigstens gegen den Angriff der hungrigen Tiere verteidigen zu können. Vielleicht würde Gwynthia nicht in den Kampf eingreifen? Vielleicht würde sie sich sogar darauf besinnen, wer sie wirklich war? Diese Überlegungen vereinnahmten Faromas Denken als das Rudel seine Jagd begann. Ein junger Wolf setzte zum Sprung an. Ihn konnte sie mit dem Schild einen Stoß versetzen, der ihn ins Feuer schleuderte. Den nächsten Jäger durchbohrte ihre Klinge. Auch der dritte Heißsporn bezahlte seinen Übermut mit dem Leben.
Doch Faroma erkannte, dass die Wölfe bald vereint über sie herfallen würden und damit ihr Schicksal besiegelt wäre. Mit Waffen und Kampfesmut ließ sich diese Schlacht nicht gewinnen. In ihrer Verzweiflung schrie sie die Worte der beiden Zeilen aus dem Buch in die Nacht. Falls die Ereignisse in der Bücherei nicht nur ihrer Fantasie entsprungen waren, konnte der ihr unverständliche Spruch, der ihr auf den Lippen lag, womöglich eine Wende in dem Geschehen herbeiführen.
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