Splitternackt stürzte sich Gwynthia auf Faroma, deren Wiedersehensfreude jetzt von den bangen Fragen verdrängt wurde, ob die Gefährtin bei ihr Schutz suchen wollte oder sie als Feindin angriff. Als sie jedoch in Gwynthias Augen blickte, die sich mit Tränen füllten, wusste sie, dass Gwynthia zu ihr zurückgekehrt war.
Ungeachtet der Gefahr, die von den beiden verbliebenen Gegnern ausging, ließ Faroma Schwert und Schild fallen und schloss die Freundin in die Arme. Fest drückte sie sie an sich, spürte das Zittern ihrer Haut, die schutzlos der beißenden Kälte widerstehen musste.
Gwynthia schien von den äußeren Widrigkeiten nichts zu spüren. Wie eine Schiffbrüchige, der in letzter Minute vor dem Ertrinken eine rettende Hand entgegengestreckt worden war, klammerte sie sich an Faroma fest. Vielleicht hatte sie tatsächlich kurz davorgestanden, von einem Element verschlungen zu werden, dem sie trotz ihrer magischen Kräfte nicht zu widerstehen vermochte? Vielleicht hatte Faroma sie gerade davor bewahrt, einen zu hohen Preis für die Rettung ihres Lebens zu entrichten?
Faromas und Gwynthias Gedanken umschlangen einander, genauso wie es ihre Körper taten. Doch bevor die Fragen der einen von der anderen beantwortet werden konnten, riss eine Stimme sie voneinander los. „Offensichtlich hast du dich entschieden!“, stellte eine der beiden Gestalten, die nach dem Rückzug der Wölfe geblieben und wie Gwynthia in einen menschlichen Körper geschlüpft waren, fest. Dabei strich sie sich die Kapuze vom Haupt. Ein schneebleiches Antlitz kam zum Vorschein. Faroma erkannte, dass der Anführer des Rudels das Wort ergriffen hatte. In seiner Stimme schwang Bedauern. Angriffslust konnte sie nicht heraushören.
Deshalb wappnete sie sich auch nicht wieder mit Schwert und Schild, sondern trat einige Schritte vor, um Gwynthias Umhang aufzuheben, den sie ihr um die Schultern legte. Gwynthias schuldbewusste Miene zeigte Faroma, dass sie mit den Wölfen wohl übereingekommen war, Faroma zu vernichten, jedoch nicht vermochte, dieses Versprechen in die Tat umzusetzen.
„Sie hat mich von den Fesseln eines zweitausendjährigen Fluches befreit“, erwiderte schließlich Gwynthia. „Und wir sind Gefährtinnen geworden. Ich kann ihr nichts antun. Wenn du das für einen Frevel hältst, dann töte mich, doch lass Faroma weiterziehen. Ihr Weg darf hier nicht enden!“
Der menschgewordene Wolf zögerte seine Entscheidung heraus. „Der Tod dieser Aumma-Kriegerin hätte dich zu meiner Gemahlin gemacht. Du wärst zur Königin des Wolfsclans aufgestiegen. Es stimmt mich traurig, dass sie dir mehr bedeutet als ich. Aber ich akzeptiere deinen Entschluss. Bedenke jedoch, dass wir dir das Leben gerettet haben, und du in der Schuld eines jeden Wolfes stehst. Sollte es mir zu Ohren kommen, dass zukünftig meinesgleichen durch dich sterben mussten, wirst du dafür bezahlen. Und“, wandte er sich jetzt an Faroma, „auch dir will ich diese Nacht ans Herz legen. Wir haben dich verschont und dir, wie es scheint, eine großes Geschenk bereitet. Also obliegt es auch dir, deine Dankbarkeit zu zeigen.“
Kaum, dass er das letzte Wort gesprochen hatte, stieß er ein kurzes Geheul aus, worauf er und sein Begleiter ihre Umhänge abwarfen. Sie kehrten Faroma und Gwynthia ihre entblößten Rücken zu und eilten davon. Noch bevor sie die Nacht ganz verschlucken konnte, mutierten sie wieder zu den Jägern des Waldes, die von Mensch und Tier gefürchtet wurden.
NÄCHSTES KAPITEL >>>
Ungeachtet der Gefahr, die von den beiden verbliebenen Gegnern ausging, ließ Faroma Schwert und Schild fallen und schloss die Freundin in die Arme. Fest drückte sie sie an sich, spürte das Zittern ihrer Haut, die schutzlos der beißenden Kälte widerstehen musste.
Gwynthia schien von den äußeren Widrigkeiten nichts zu spüren. Wie eine Schiffbrüchige, der in letzter Minute vor dem Ertrinken eine rettende Hand entgegengestreckt worden war, klammerte sie sich an Faroma fest. Vielleicht hatte sie tatsächlich kurz davorgestanden, von einem Element verschlungen zu werden, dem sie trotz ihrer magischen Kräfte nicht zu widerstehen vermochte? Vielleicht hatte Faroma sie gerade davor bewahrt, einen zu hohen Preis für die Rettung ihres Lebens zu entrichten?
Faromas und Gwynthias Gedanken umschlangen einander, genauso wie es ihre Körper taten. Doch bevor die Fragen der einen von der anderen beantwortet werden konnten, riss eine Stimme sie voneinander los. „Offensichtlich hast du dich entschieden!“, stellte eine der beiden Gestalten, die nach dem Rückzug der Wölfe geblieben und wie Gwynthia in einen menschlichen Körper geschlüpft waren, fest. Dabei strich sie sich die Kapuze vom Haupt. Ein schneebleiches Antlitz kam zum Vorschein. Faroma erkannte, dass der Anführer des Rudels das Wort ergriffen hatte. In seiner Stimme schwang Bedauern. Angriffslust konnte sie nicht heraushören.
Deshalb wappnete sie sich auch nicht wieder mit Schwert und Schild, sondern trat einige Schritte vor, um Gwynthias Umhang aufzuheben, den sie ihr um die Schultern legte. Gwynthias schuldbewusste Miene zeigte Faroma, dass sie mit den Wölfen wohl übereingekommen war, Faroma zu vernichten, jedoch nicht vermochte, dieses Versprechen in die Tat umzusetzen.
„Sie hat mich von den Fesseln eines zweitausendjährigen Fluches befreit“, erwiderte schließlich Gwynthia. „Und wir sind Gefährtinnen geworden. Ich kann ihr nichts antun. Wenn du das für einen Frevel hältst, dann töte mich, doch lass Faroma weiterziehen. Ihr Weg darf hier nicht enden!“
Der menschgewordene Wolf zögerte seine Entscheidung heraus. „Der Tod dieser Aumma-Kriegerin hätte dich zu meiner Gemahlin gemacht. Du wärst zur Königin des Wolfsclans aufgestiegen. Es stimmt mich traurig, dass sie dir mehr bedeutet als ich. Aber ich akzeptiere deinen Entschluss. Bedenke jedoch, dass wir dir das Leben gerettet haben, und du in der Schuld eines jeden Wolfes stehst. Sollte es mir zu Ohren kommen, dass zukünftig meinesgleichen durch dich sterben mussten, wirst du dafür bezahlen. Und“, wandte er sich jetzt an Faroma, „auch dir will ich diese Nacht ans Herz legen. Wir haben dich verschont und dir, wie es scheint, eine großes Geschenk bereitet. Also obliegt es auch dir, deine Dankbarkeit zu zeigen.“
Kaum, dass er das letzte Wort gesprochen hatte, stieß er ein kurzes Geheul aus, worauf er und sein Begleiter ihre Umhänge abwarfen. Sie kehrten Faroma und Gwynthia ihre entblößten Rücken zu und eilten davon. Noch bevor sie die Nacht ganz verschlucken konnte, mutierten sie wieder zu den Jägern des Waldes, die von Mensch und Tier gefürchtet wurden.
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