Als der Komet auseinanderbrach und das Leuchten in seinem Inneren freigab, wich die Tageshelle einer plötzlich hereinbrechenden Dunkelheit. Faroma und Gwynthia kam es so vor, als würde das kleine Lichtlein die Strahlen der Sonne verschlingen und dafür die Nacht ausspeien. Es wurde so finster, dass es kaum möglich war, die Hand vor den Augen zu erkennen.
Ebenso wie Faroma und Gwynthia musste es auch den Kriegern in beiden Heeren ergehen. Von ihren Kameraden konnten sie wohl gerade noch die Schemen wahrnehmen, aber von ihren Gegnern, deren Waffen und Rüstungen bis vor Kurzem noch in den Strahlen der Morgensonne gefunkelt hatten, war sicherlich nichts mehr zu sehen.
Lediglich das Licht zeigte sich allen. Aber es umgab kein Schein. Es drängte auch die Nachtschwärze in seiner unmittelbaren Nähe nicht beiseite, sondern erstrahlte nur für sich selbst.
Farona und Gwynthia steckten ihre Waffen weg, Die Gefahr sich in dieser Situation gegenseitig zu verletzen schien ihnen zu groß zu sein. Außerdem mussten sie wohl kaum befürchten, angegriffen zu werden. Sie fassten sich an den Händen. Damit verringerten sie das Risiko, sich zu verlieren.
„Welche Magie, mag solches nur bewirken?“, fragte Faroma.
„Das ist mir auch ein Rätsel“, erwiderte Gwynthia. „Weder die Angreifer noch die Ragusa können sie herbeigerufen haben. Es muss eine dritte Macht in das Spiel eingegriffen haben. Vielleicht missfällt es der, dass es zu einem Kampf kommt?“
„Wenn dadurch die Schlacht vermieden werden kann, will ich die Finsternis gern ertragen!“, hob Faroma die gute Seite der Geschehnisse hervor.
Wahrscheinlich hätte Gwynthia dazu auch noch einen Gedanken geäußert, doch statt darauf einzugehen, drückte sie Faromas Hand. „Täuschen mich meine Augen oder leuchtet da vorn ein weiteres Licht?“
Faroma versuchte das Dunkel zu durchdringen und wurde fündig. Auch sie hatte den Eindruck einen hellen Schein wahrzunehmen. Fast gleichzeitig begannen beide Richtung Licht zu laufen und gaben darauf Acht, die Hand der Anderen in der eigenen zu behalten. Bald erkannten sie, woher das Leuchten stammte. Es fiel aus dem Fenstern einer Hütte, die erst mit der Dunkelheit hierhergekommen sein konnte. Als es noch hell war, hatten sie sie nicht bemerkt.
Vorsichtig schlichen sie um die Hütte herum, konnten aber nichts Verdächtiges entdecken, so dass Faroma kurzerhand mit der Faust gegen die Eingangstür trommelte. Es dauerte nicht lange, bis die Tür einen Spalt weit aufschwang. „Wer begehrt Einlass?“, verlangte eine Männerstimme zu wissen. „Zwei Wanderinnen, die von der Finsternis überrascht worden sind“, antwortete Faroma.
„Tragt ihr Waffen bei euch?“, lautete die nächste Frage.
„Ja“, gab dieses Mal Gwynthia Auskunft.
„Steckt sie weg und kommt mit ausgestreckten Händen herein. Solltet ihr Arges im Schilde führen, habt ihr euer Leben verwirkt.“ Eine herzliche Einladung klang anders, aber immerhin durften sie eintreten.
Vom Anblick im Inneren der Hütte wurden sie überrascht. Eine Frau und ein etwa zehnjähriges Mädchen starrten sie ängstlich von einem klobigen Holztisch aus an. Der Mann der neben den Beiden mit einer rostigen Klinge in den Händen stand, erweckte nicht den Eindruck, dass er damit überhaupt umgehen konnte. Dabei hatte er eben noch so geklungen, als wäre er in der Lage, seine Familie zu beschützen.
Faroma und Gwynthia bedankten sich dafür, dass ihnen die Bewohner der Behausung Gastfreundschaft gewährten. Ihre Dankesworte waren noch nicht verklungen, als hinter ihnen plötzlich die Eingangstür aus den Angeln gebrochen und zwischen ihnen hindurch bis zur gegenüberliegenden Wand geschleudert wurde. Herumwirbeln und die Schwerter aus den Scheiden ziehen war eine Bewegung.
Eine zähnefletschende Bestie geiferte sie an. Ein mannshoher Wolf, auf dessen Haupt ein gefährlich spitzes Geweih thronte, war in die Hütte eingedrungen. Die Krallen an seine Pranken rissen die Bodenbretter auseinander.
Faroma wollte dem Untier die Klinge in den Rachen stoßen, doch Gwynthia umklammerte ihre Schulter und hielt sie davon ab. „Es ist ein Wolf“, keuchte sie. „Denke daran, was uns der Wolfsfürst angedroht hat, falls wir seinesgleichen töten sollten.“
Faroma erstarrte in ihrer Bewegung. Dieses Zögern nutzte die Bestie aus, nach dem Hausherrn zu schnappen, der mit seinem rostigen Eisen auf das Maul des Angreifers eindrosch. Ein grässliches Knirschen und Knacken untermalt von einem markerschütternden Schrei erfüllte die Hütte. Der Mann umklammerte seinen Armstumpf und sackte zu Boden. Seine Frau sprang ihm zur Hilfe und wurde zur nächsten Beute des Eindringlings.
Gwynthia ließ Faroma los. Stattdessen fasste sie nach dem Mädchen und schob es an die hintere Wand. Sie schirmte es mit ihrem Körper ab.
Währenddessen hatte Faroma ihr Schwert zurück in die Scheide gesteckt. Nun drang sie, mit einem Stuhl bewaffnet, auf die Bestie ein. Der Stuhl zerbarst fast wirkungslos auf dem Schädel des gehörnten Wolfes. Mit einer solchen Waffe war ihm nicht beizukommen. Ohne ihre Klingen blieben Faroma und Gwynthia chancenlos. Sie würden genauso zum Opfer des Untiers werden, wie ihre Gastgeber und das nur, weil ein Versprechen sie band.
Trotz ihrer verzweifelten Lage griff Faroma nach dem nächsten Stuhl, was die Bestie jedoch ignorierte. Ihren Angriff richtete sie jetzt gegen Gwynthia und das Mädchen, die ihm wehrlos ausgeliefert waren.
Faroma zertrümmerte den Stuhl auf dem grauen Fellrücken. Dann konnte sie nicht anders. Sie musste ihren Schwur brechen. Ihre Hand fuhr zum Schwertgriff. Bevor die Klinge aus der Scheide geglitten war, hechtete von draußen eine weiße Kreatur herein. Sie landete auf der Bestie. Faroma erkannte den Wolfsfürsten, dessen Zähne sich im Nacken des Untieres verbissen.
Wenn der Führer der vierbeinigen, grauen Jäger in den Kampf eingriff, dann musste es auch ihr und Gwynthia erlaubt sein, ihre Waffen einzusetzen. Sie befreite ihr Schwert aus seinem Futteral und sah aus den Augenwinkeln, dass in Gwynthias Händen ebenfalls eine Klinge aufblitzte.
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Ebenso wie Faroma und Gwynthia musste es auch den Kriegern in beiden Heeren ergehen. Von ihren Kameraden konnten sie wohl gerade noch die Schemen wahrnehmen, aber von ihren Gegnern, deren Waffen und Rüstungen bis vor Kurzem noch in den Strahlen der Morgensonne gefunkelt hatten, war sicherlich nichts mehr zu sehen.
Lediglich das Licht zeigte sich allen. Aber es umgab kein Schein. Es drängte auch die Nachtschwärze in seiner unmittelbaren Nähe nicht beiseite, sondern erstrahlte nur für sich selbst.
Farona und Gwynthia steckten ihre Waffen weg, Die Gefahr sich in dieser Situation gegenseitig zu verletzen schien ihnen zu groß zu sein. Außerdem mussten sie wohl kaum befürchten, angegriffen zu werden. Sie fassten sich an den Händen. Damit verringerten sie das Risiko, sich zu verlieren.
„Welche Magie, mag solches nur bewirken?“, fragte Faroma.
„Das ist mir auch ein Rätsel“, erwiderte Gwynthia. „Weder die Angreifer noch die Ragusa können sie herbeigerufen haben. Es muss eine dritte Macht in das Spiel eingegriffen haben. Vielleicht missfällt es der, dass es zu einem Kampf kommt?“
„Wenn dadurch die Schlacht vermieden werden kann, will ich die Finsternis gern ertragen!“, hob Faroma die gute Seite der Geschehnisse hervor.
Wahrscheinlich hätte Gwynthia dazu auch noch einen Gedanken geäußert, doch statt darauf einzugehen, drückte sie Faromas Hand. „Täuschen mich meine Augen oder leuchtet da vorn ein weiteres Licht?“
Faroma versuchte das Dunkel zu durchdringen und wurde fündig. Auch sie hatte den Eindruck einen hellen Schein wahrzunehmen. Fast gleichzeitig begannen beide Richtung Licht zu laufen und gaben darauf Acht, die Hand der Anderen in der eigenen zu behalten. Bald erkannten sie, woher das Leuchten stammte. Es fiel aus dem Fenstern einer Hütte, die erst mit der Dunkelheit hierhergekommen sein konnte. Als es noch hell war, hatten sie sie nicht bemerkt.
Vorsichtig schlichen sie um die Hütte herum, konnten aber nichts Verdächtiges entdecken, so dass Faroma kurzerhand mit der Faust gegen die Eingangstür trommelte. Es dauerte nicht lange, bis die Tür einen Spalt weit aufschwang. „Wer begehrt Einlass?“, verlangte eine Männerstimme zu wissen. „Zwei Wanderinnen, die von der Finsternis überrascht worden sind“, antwortete Faroma.
„Tragt ihr Waffen bei euch?“, lautete die nächste Frage.
„Ja“, gab dieses Mal Gwynthia Auskunft.
„Steckt sie weg und kommt mit ausgestreckten Händen herein. Solltet ihr Arges im Schilde führen, habt ihr euer Leben verwirkt.“ Eine herzliche Einladung klang anders, aber immerhin durften sie eintreten.
Vom Anblick im Inneren der Hütte wurden sie überrascht. Eine Frau und ein etwa zehnjähriges Mädchen starrten sie ängstlich von einem klobigen Holztisch aus an. Der Mann der neben den Beiden mit einer rostigen Klinge in den Händen stand, erweckte nicht den Eindruck, dass er damit überhaupt umgehen konnte. Dabei hatte er eben noch so geklungen, als wäre er in der Lage, seine Familie zu beschützen.
Faroma und Gwynthia bedankten sich dafür, dass ihnen die Bewohner der Behausung Gastfreundschaft gewährten. Ihre Dankesworte waren noch nicht verklungen, als hinter ihnen plötzlich die Eingangstür aus den Angeln gebrochen und zwischen ihnen hindurch bis zur gegenüberliegenden Wand geschleudert wurde. Herumwirbeln und die Schwerter aus den Scheiden ziehen war eine Bewegung.
Eine zähnefletschende Bestie geiferte sie an. Ein mannshoher Wolf, auf dessen Haupt ein gefährlich spitzes Geweih thronte, war in die Hütte eingedrungen. Die Krallen an seine Pranken rissen die Bodenbretter auseinander.
Faroma wollte dem Untier die Klinge in den Rachen stoßen, doch Gwynthia umklammerte ihre Schulter und hielt sie davon ab. „Es ist ein Wolf“, keuchte sie. „Denke daran, was uns der Wolfsfürst angedroht hat, falls wir seinesgleichen töten sollten.“
Faroma erstarrte in ihrer Bewegung. Dieses Zögern nutzte die Bestie aus, nach dem Hausherrn zu schnappen, der mit seinem rostigen Eisen auf das Maul des Angreifers eindrosch. Ein grässliches Knirschen und Knacken untermalt von einem markerschütternden Schrei erfüllte die Hütte. Der Mann umklammerte seinen Armstumpf und sackte zu Boden. Seine Frau sprang ihm zur Hilfe und wurde zur nächsten Beute des Eindringlings.
Gwynthia ließ Faroma los. Stattdessen fasste sie nach dem Mädchen und schob es an die hintere Wand. Sie schirmte es mit ihrem Körper ab.
Währenddessen hatte Faroma ihr Schwert zurück in die Scheide gesteckt. Nun drang sie, mit einem Stuhl bewaffnet, auf die Bestie ein. Der Stuhl zerbarst fast wirkungslos auf dem Schädel des gehörnten Wolfes. Mit einer solchen Waffe war ihm nicht beizukommen. Ohne ihre Klingen blieben Faroma und Gwynthia chancenlos. Sie würden genauso zum Opfer des Untiers werden, wie ihre Gastgeber und das nur, weil ein Versprechen sie band.
Trotz ihrer verzweifelten Lage griff Faroma nach dem nächsten Stuhl, was die Bestie jedoch ignorierte. Ihren Angriff richtete sie jetzt gegen Gwynthia und das Mädchen, die ihm wehrlos ausgeliefert waren.
Faroma zertrümmerte den Stuhl auf dem grauen Fellrücken. Dann konnte sie nicht anders. Sie musste ihren Schwur brechen. Ihre Hand fuhr zum Schwertgriff. Bevor die Klinge aus der Scheide geglitten war, hechtete von draußen eine weiße Kreatur herein. Sie landete auf der Bestie. Faroma erkannte den Wolfsfürsten, dessen Zähne sich im Nacken des Untieres verbissen.
Wenn der Führer der vierbeinigen, grauen Jäger in den Kampf eingriff, dann musste es auch ihr und Gwynthia erlaubt sein, ihre Waffen einzusetzen. Sie befreite ihr Schwert aus seinem Futteral und sah aus den Augenwinkeln, dass in Gwynthias Händen ebenfalls eine Klinge aufblitzte.
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