Nachdem Gwynthia die außer Rand und Band geratenen Rösser mit ihrer Magie gebändigt hatte, beschlossen sie und Faroma, in die Sättel zu steigen, um die nun besänftigten Pferde wieder mit ihrem Tagwerk vertraut zu machen. Die beiden Kriegerinnen verabschiedeten sich von dem Wolf und sprachen ihm ihren Dank dafür aus, dass er auf die Ragusa-Pferde aufgepasst hatte als die in Panik geraten waren.
Als die Tiere die Last der Reiterinnen auf ihren Rücken spürten, tänzelten sie anfangs nervös umher, zu ungewohnt kam ihnen dieses Gefühl jetzt vor. Umso freudiger reagierten sie auf die Kommandos ihrer Besitzerinnen. Die kurzen Strecken in Schritt und Trab wärmten sie auf. Dann ging es in den Galopp.
Faroma und Gwynthia jauchzten laut. Sie gaben den Rössern die Zügel und ließen sie die wiedergewonnene Freiheit mit weitausgreifenden Galoppsprüngen genießen. Wie der Sturmwind fegten sie über die Ebene. Die Landschaft flog an ihnen vorbei und blieb hinter ihnen zurück, wie die Erinnerungen an ihre bestandenen Abenteuer. Ihnen war klar, dass neue Abenteuer vor ihnen lagen, aber in diesem Moment genossen sie den zeitlosen Rausch, der sie und ihre Tiere aneinander kettete.
Dass selbst das schönste Erlebnis irgendwann sein Ende findet, galt auch für diesen befreienden Galopp. Als weiße Schweißflocken wie Schnee um die Pferdeleiber wirbelten und den Tieren anzumerken war, dass sie sich ausgetobt hatten, nahmen Faroma und Gwynthia die Zügel wieder auf. Augenblicklich fielen die Pferde in den Trab, den sie eine geraume Zeit beibehielten, bis sie in den Schritt gebremst wurden. Jetzt, da ihr Temperament zunehmend heruntergekühlt war, bewegten sich die Vier gemächlich durch die Umgebung.
Die Auswirkungen der Anstrengung machten sich bemerkbar. Den beiden Kriegerinnen knurrten die Mägen und auch die Pferde hätten wohl gern an ein paar nahrhaften Grashalmen gezupft.
Da konnte es ihnen nur recht sein, dass sich vor ihnen eine mit bunten Blumen gesprenkelte, saftig grüne Wiese ausbreitete. Faroma und Gwynthia sprangen von den Pferderücken. Sie sattelten ab, befreiten die Tiere vom Zaumzeug und zogen Halfter auf. Dann ließen sie sie grasen. Sie selbst sammelten etwas Holz und entzündeten ein Feuer, auf dem sie ihre Mahlzeit zubereiteten. Nach dem Essen legten sie sich neben dem Feuer nieder. Die Sättel dienten ihnen als Kopfstützen und sie dösten vor sich hin.
Plötzlich schreckten sie hoch. Pferdegewieher und lautes Schreien störte ihre Ruhe. Sich näherndes Hufgetrappel deutete darauf hin, dass ihre Rösser vor irgendetwas flohen. Faroma und Gwynthia sprangen auf. Sie mussten sich den Tieren in den Weg stellen und sie aufhalten. Ohne sie wären die beiden Kriegerinnen wieder auf ihre Füße angewiesen.
Zum Glück flüchteten die Pferde in ihre Richtung und es sah auch nicht so aus, als würden sie einen panischen Bogen um sie schlagen. Eher schienen sie Schutz bei ihren Reiterinnen zu suchen, denen es dadurch gelang, sie am Halfter zu fassen. Beruhigend tätschelten sie die Hälse der Pferde und die Tiere ließen sich besänftigen.
Doch kurz darauf rissen sie die Köpfe wieder hoch. Ihre Nüstern blähten sich. Gefahr war im Anzug. Bald erkannten Faroma und Gwynthia, was sie so in Panik versetzt hatte und sie jetzt erneut unruhig werden ließ. Eine hochaufgeschossene Gestalt schlurfte durch das Gras heran. Es schien ein Krieger zu sein, denn er steckte in einer glänzenden Uniform. Auf dem Kopf trug er einen flachen Helm, der ihn wohl weniger schützen sollte, sondern dafür gedacht war, mögliche Gegner durch sein gewaltiges Ausmaß in Angst und Schrecken zu versetzen. „Da sind ja die Zossen!“, stellte er fest als er die beiden Tiere erblickte. „Schön, dass ihr sie eingefangen habt. Jetzt könnt ihr sie mir geben! Ich werde sie zu meinen Herren bringen. Dort sollen sie die Strafe dafür empfangen, hier einfach so sein Gras zu fressen.“ Der Gedanke die Besitzerinnen der Pferde vor sich zu haben, schien ihm nicht zu kommen.
Als die beiden Kriegerinnen keine Anstalten machten, ihm die Pferde zu überlassen, nahm er eine kriegerische Position ein. Er zückte ein Schwert, dessen rostige Klinge so schartig war, dass sie aus einem Sägeblatt gefertigt zu sein schien. Furcht konnte er Faroma und Gwynthia damit nicht einflößen. Aber da er so riesig war, hüteten sie sich davor, ihn zu unterschätzen.
„Ist es nicht üblich, seinen Namen zu nennen, wenn man auf Fremde trifft und friedliche Absichten hat?“ Faroma überließ Gwynthia ihr Pferd und trat einen Schritt vor. Ihre rechte Hand lag auf dem Schwertgriff. „Meine Gefährtin heißt Gwynthia und ich bin Faroma.“
„Eure Namen sind mir egal!“ Höflichkeit gehörte scheinbar nicht zu den Eigenschaften des Neuankömmlings. „Und meinen werdet ihr nicht erfahren. Gebt mir die Gäule und verschwindet, sonst werde ich euch zerstückeln!“
Faroma zog ihre Waffe. Sie ließ sie vor sich kreisen, so dass es aussah als rotiere eine Scheibe. Unvermittelt stoppte sie die Klinge und hieb Richtung des Fremden. Aus seinem breitkrempigen Helm brach ein Stück heraus und fiel ihm auf die Füße. „Das hätte auch dein Kopf sein können, du Vogelscheuche.“ Faroma verstaute ihr Schwert wieder.
„Mein … mein … Kopf …“, stotterte er. Diese Vorführung schien ihn beeindruckt zu haben, denn er schob sein schartiges Werkzeug zurück in die Scheide. Dann hob er den herausgehauenen Teil seines Kopfschutzes auf und betrachtete ihn. Seine weitaufgerissenen Augen zeigten Faroma, dass er ihren Hinweis, was sie auch hätte treffen können, nicht in Zweifel zog. Diese Option beeindruckte ihn sogar so sehr, dass er auf der Stelle Kehrt machte und in einem Tempo davonlief, das sich kaum vom Galopp der Pferde unterschied.
NÄCHSTES KAPITEL >>>
Als die Tiere die Last der Reiterinnen auf ihren Rücken spürten, tänzelten sie anfangs nervös umher, zu ungewohnt kam ihnen dieses Gefühl jetzt vor. Umso freudiger reagierten sie auf die Kommandos ihrer Besitzerinnen. Die kurzen Strecken in Schritt und Trab wärmten sie auf. Dann ging es in den Galopp.
Faroma und Gwynthia jauchzten laut. Sie gaben den Rössern die Zügel und ließen sie die wiedergewonnene Freiheit mit weitausgreifenden Galoppsprüngen genießen. Wie der Sturmwind fegten sie über die Ebene. Die Landschaft flog an ihnen vorbei und blieb hinter ihnen zurück, wie die Erinnerungen an ihre bestandenen Abenteuer. Ihnen war klar, dass neue Abenteuer vor ihnen lagen, aber in diesem Moment genossen sie den zeitlosen Rausch, der sie und ihre Tiere aneinander kettete.
Dass selbst das schönste Erlebnis irgendwann sein Ende findet, galt auch für diesen befreienden Galopp. Als weiße Schweißflocken wie Schnee um die Pferdeleiber wirbelten und den Tieren anzumerken war, dass sie sich ausgetobt hatten, nahmen Faroma und Gwynthia die Zügel wieder auf. Augenblicklich fielen die Pferde in den Trab, den sie eine geraume Zeit beibehielten, bis sie in den Schritt gebremst wurden. Jetzt, da ihr Temperament zunehmend heruntergekühlt war, bewegten sich die Vier gemächlich durch die Umgebung.
Die Auswirkungen der Anstrengung machten sich bemerkbar. Den beiden Kriegerinnen knurrten die Mägen und auch die Pferde hätten wohl gern an ein paar nahrhaften Grashalmen gezupft.
Da konnte es ihnen nur recht sein, dass sich vor ihnen eine mit bunten Blumen gesprenkelte, saftig grüne Wiese ausbreitete. Faroma und Gwynthia sprangen von den Pferderücken. Sie sattelten ab, befreiten die Tiere vom Zaumzeug und zogen Halfter auf. Dann ließen sie sie grasen. Sie selbst sammelten etwas Holz und entzündeten ein Feuer, auf dem sie ihre Mahlzeit zubereiteten. Nach dem Essen legten sie sich neben dem Feuer nieder. Die Sättel dienten ihnen als Kopfstützen und sie dösten vor sich hin.
Plötzlich schreckten sie hoch. Pferdegewieher und lautes Schreien störte ihre Ruhe. Sich näherndes Hufgetrappel deutete darauf hin, dass ihre Rösser vor irgendetwas flohen. Faroma und Gwynthia sprangen auf. Sie mussten sich den Tieren in den Weg stellen und sie aufhalten. Ohne sie wären die beiden Kriegerinnen wieder auf ihre Füße angewiesen.
Zum Glück flüchteten die Pferde in ihre Richtung und es sah auch nicht so aus, als würden sie einen panischen Bogen um sie schlagen. Eher schienen sie Schutz bei ihren Reiterinnen zu suchen, denen es dadurch gelang, sie am Halfter zu fassen. Beruhigend tätschelten sie die Hälse der Pferde und die Tiere ließen sich besänftigen.
Doch kurz darauf rissen sie die Köpfe wieder hoch. Ihre Nüstern blähten sich. Gefahr war im Anzug. Bald erkannten Faroma und Gwynthia, was sie so in Panik versetzt hatte und sie jetzt erneut unruhig werden ließ. Eine hochaufgeschossene Gestalt schlurfte durch das Gras heran. Es schien ein Krieger zu sein, denn er steckte in einer glänzenden Uniform. Auf dem Kopf trug er einen flachen Helm, der ihn wohl weniger schützen sollte, sondern dafür gedacht war, mögliche Gegner durch sein gewaltiges Ausmaß in Angst und Schrecken zu versetzen. „Da sind ja die Zossen!“, stellte er fest als er die beiden Tiere erblickte. „Schön, dass ihr sie eingefangen habt. Jetzt könnt ihr sie mir geben! Ich werde sie zu meinen Herren bringen. Dort sollen sie die Strafe dafür empfangen, hier einfach so sein Gras zu fressen.“ Der Gedanke die Besitzerinnen der Pferde vor sich zu haben, schien ihm nicht zu kommen.
Als die beiden Kriegerinnen keine Anstalten machten, ihm die Pferde zu überlassen, nahm er eine kriegerische Position ein. Er zückte ein Schwert, dessen rostige Klinge so schartig war, dass sie aus einem Sägeblatt gefertigt zu sein schien. Furcht konnte er Faroma und Gwynthia damit nicht einflößen. Aber da er so riesig war, hüteten sie sich davor, ihn zu unterschätzen.
„Ist es nicht üblich, seinen Namen zu nennen, wenn man auf Fremde trifft und friedliche Absichten hat?“ Faroma überließ Gwynthia ihr Pferd und trat einen Schritt vor. Ihre rechte Hand lag auf dem Schwertgriff. „Meine Gefährtin heißt Gwynthia und ich bin Faroma.“
„Eure Namen sind mir egal!“ Höflichkeit gehörte scheinbar nicht zu den Eigenschaften des Neuankömmlings. „Und meinen werdet ihr nicht erfahren. Gebt mir die Gäule und verschwindet, sonst werde ich euch zerstückeln!“
Faroma zog ihre Waffe. Sie ließ sie vor sich kreisen, so dass es aussah als rotiere eine Scheibe. Unvermittelt stoppte sie die Klinge und hieb Richtung des Fremden. Aus seinem breitkrempigen Helm brach ein Stück heraus und fiel ihm auf die Füße. „Das hätte auch dein Kopf sein können, du Vogelscheuche.“ Faroma verstaute ihr Schwert wieder.
„Mein … mein … Kopf …“, stotterte er. Diese Vorführung schien ihn beeindruckt zu haben, denn er schob sein schartiges Werkzeug zurück in die Scheide. Dann hob er den herausgehauenen Teil seines Kopfschutzes auf und betrachtete ihn. Seine weitaufgerissenen Augen zeigten Faroma, dass er ihren Hinweis, was sie auch hätte treffen können, nicht in Zweifel zog. Diese Option beeindruckte ihn sogar so sehr, dass er auf der Stelle Kehrt machte und in einem Tempo davonlief, das sich kaum vom Galopp der Pferde unterschied.
NÄCHSTES KAPITEL >>>
Ihnen hat die Geschichte gefallen und Sie möchten gerne weitere Faroma-Stories lesen?
Dann würden wir uns freuen, wenn Sie uns mit einem finanziellen Beitrag unterstützen würden, damit wir diese Serie leichter fortsetzen können.
Bitte klicken Sie hier, um zu den Zahlungsinformationen zu gelangen.
Vielen Dank
Dann würden wir uns freuen, wenn Sie uns mit einem finanziellen Beitrag unterstützen würden, damit wir diese Serie leichter fortsetzen können.
Bitte klicken Sie hier, um zu den Zahlungsinformationen zu gelangen.
Vielen Dank
