Die Botschaft
des Drachen
des Drachen
Faroma und Gwynthia stimmten der Flammenkriegerin sofort zu, als diese davon sprach, dass es vorteilhaft wäre, die Gunst der Beschützerin der Stadt zu erbitten, bevor sie ihren Aufenthalt in dem Ort richtig begannen. Sie stiegen von ihren Pferden und banden sie an einer Brunneneinfassung fest. Dann näherten sie sich der riesigen krötenhäuptigen Statue mit gesenkten Köpfen und murmelten ihr ihre Bitten zu. Ob sich die steinerne Göttin ihnen gegenüber gnädig erweisen würde, konnten sie nicht erraten, aber sie hofften darauf.
Von den Einwohnern der Stadt, die sich ebenfalls in der Nähe des Monuments aufhielten, wurden sie teils neugierig, teils argwöhnisch beäugt. Fremden gegenüber schienen sie eine gewisse Distanz zu wahren. Vielleicht hatten sie schlechte Erfahrungen mit Besuchern gemacht oder sie mochten es generell nicht, von Auswärtigen gestört zu werden? Wie auch immer! Die drei Gefährtinnen mussten sich wohl damit abfinden, während ihres Aufenthaltes hier, unter besonderer Beobachtung der Einheimischen zu stehen.
„Lasst euch nicht davon beirren!“, riet die Flammenkriegerin Faroma und Gwynthia. „Sie meinen es nicht böse. Wenn sie sich erst an euch gewöhnt haben, werden sie euch so behandeln, als gehörtet ihr zu ihnen.“
„Möge die Krötengöttin dafür sorgen!“ Faroma beobachtete die Schar der Neugierigen aus den Augenwinkeln.
Gwynthia ignorierte das abweisende Verhalten einfach. Jedenfalls erweckte sie diesen Eindruck nach außen hin, womit sie Faroma aber nicht täuschen konnte. Die kannte sie viel zu gut und ahnte wohl, wie es in ihr gärte.
„Ich glaube, wir können jetzt zum Palast des Königs aufbrechen“, verriet die Flammenkriegerin das Ziel ihrer Reise. „Ich habe ihm einiges mitzuteilen. Außerdem wird er erfreut sein, euch kennenzulernen. Er ist Fremden gegenüber stets aufgeschlossen und interessiert sich für Alles, was sich außerhalb der Stadtmauern ereignet, besonders wenn es in weit von hier entfernten Gefilden geschieht.“ Um zu zeigen, wohin sie ihr Weg führen würde, wies die Flammenkriegerin mit ihrer Hand Richtung Firmament. Faroma und Gwynthia folgten dieser Geste mit ihren Blicken.
Hoch oben über den Dächern der Häuser und selbst die Blütenpyramiden und die Krötengöttin weit überragend, thronte die Burg des Herrschers. Ihre Mauern und Zinnen wirkten noch wehrhafter als die Befestigungen der Stadt. Inmitten der Anlage reckte sich ein Turm dem Himmel entgegen. Mächtig waren seine unteren Geschosse. Nach oben hin verjüngte er sich. Dort vermutete Faroma den Palast des Königs, denn einen besseren Platz hätte er dafür nicht wählen können. Von einem solchen Nest aus, würde ihm nichts von dem verborgen bleiben, was in seiner Stadt geschah und es gestattete ihm einen weiten Blick in das Land umher, sodass es für Fremde, ob Freund oder Feind, förmlich unmöglich war, ungesehen einen Schritt auf seine Feste zuzutun.
Die Drei rissen sich von dem Anblick der Burg los und banden ihre Pferde ab. Als sie in die Sättel gestiegen waren, lenkten sie die Tiere in Richtung ihres Ziels. Doch noch bevor die Rösser ihre Hufe voreinander setzen konnte, erklang plötzlich ein Rauschen, das schnell zur Stimme eines Organs anschwoll. Ein Sturmwind brauste durch die Gassen und fegte auch über den Platz, den die drei Kriegerinnen gerade verlassen wollten. Ihre Pferde bäumten sich auf, stiegen auf die Hinterhand und trommelten mit den Vorderbeinen in die Luft, als gälte es, einen imaginären Angreifer abzuwehren. Mit Mühe und Not konnten sich die Reiterinnen in den Sätteln halten und die Tiere wieder bändigen. Als sie gewahr wurden, was die Panik ausgelöst hatte, befiel auch sie das Grauen. Ein riesiger Drachen … nein … nicht nur einer, sondern ein ganzer Schwarm dieser Untiere kreiste dicht über den Dächern der Stadt.
Die meisten Menschen flohen vor ihnen, brachten sich in Sicherheit. Aber einige ließen sich nicht in Schrecken versetzen. Stattdessen umringten sie die Flammenkriegerin, Faroma und Gwynthia und versuchten sie von den Pferden zu zerren. „Ihr seid schuld an dem Drachenangriff!“, schrien sie aufgebracht. „Ihr habt die Krötengöttin erzürnt, deshalb schickt sie uns diese Plage! Dafür müsst ihr büßen!“
Die ersten Angreifer vermochten die Gefährtinnen noch abzuwehren. Als es jedoch immer mehr wurden verringerten sich ihre Chancen, dem Mob zu entkommen, erheblich. Es konnte nicht mehr lange dauern und sie würden im Staub liegen und alles über sich ergehen lassen müssen, was die aufgebrachte Menge ihnen antuen wollte.
Dass in diesem Augenblick einer der Drachen herabstieß und dicht neben dem Menschengewühl landete, empfanden die drei deshalb nicht als größere Gefahr als die, in der sie sich bereits befanden. Der Lindwurm spie eine Flamme aus, die den Stadtmob schreiend flüchten ließ. Zurück blieben nur die drei Kriegerinnen, die von ihren Pferden gesprungen waren Faromas und Gwynthias Rösser galoppierten davon, nur die Flammenkriegerin hielt ihr Ross fest am Zügel.
Die Schwerter in den Händen der Gefährtinnen wirkten angesichts der Größe ihres geschuppten Gegners wie Zahnstocher. Viel würden sie ihnen wohl nichts nützen, wenn es hieß, sich gegen den Drachen verteidigen zu müssen. Erstaunlicherweise machte der keine Anstalten, sich die für ihn leicht zu erlegende Beute zu schnappen. Zwar öffnete er seinen Rachen, doch statt eines erneuten Feuersturms, entwichen dem wohlgesetzte Worte. „Steckt eure Klingen weg! Ich bin nicht hier, um gegen euch zu kämpfen. Ich wurde geschickt, um Faroma und Gwynthia zurück zu ihrem Lagerfeuer zu bringen. Und um dir, Flammenkriegerin, die Botschaft zu übermitteln, dass du eilen sollst, den König aufzusuchen. Eure Wege trennen sich hier!“ Der Drachen neigte sein Haupt. „Steigt auf meinen Rücken!“
Widerwillig folgten Faroma und Gwynthia der Aufforderung. So richtig trauten sie den friedlichen Absichten des Lindwurms nicht. Erst als sie auf seinem Rücken saßen, ohne dass er ihnen ein Leid angetan hatte entspannten sie sich. Von ihrem hohen Ross herunter riefen sie der Flammenkriegerin ein „Lebewohl!“ zu.
Als sie in die Lüfte aufstiegen, sahen sie die Zurückbleibende auf ihr Pferd steigen und ihnen zuwinken. Dann galoppierte der Rappe los und verschwand mit seiner Reiterin im Gewirr der engen Gassen.
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Von den Einwohnern der Stadt, die sich ebenfalls in der Nähe des Monuments aufhielten, wurden sie teils neugierig, teils argwöhnisch beäugt. Fremden gegenüber schienen sie eine gewisse Distanz zu wahren. Vielleicht hatten sie schlechte Erfahrungen mit Besuchern gemacht oder sie mochten es generell nicht, von Auswärtigen gestört zu werden? Wie auch immer! Die drei Gefährtinnen mussten sich wohl damit abfinden, während ihres Aufenthaltes hier, unter besonderer Beobachtung der Einheimischen zu stehen.
„Lasst euch nicht davon beirren!“, riet die Flammenkriegerin Faroma und Gwynthia. „Sie meinen es nicht böse. Wenn sie sich erst an euch gewöhnt haben, werden sie euch so behandeln, als gehörtet ihr zu ihnen.“
„Möge die Krötengöttin dafür sorgen!“ Faroma beobachtete die Schar der Neugierigen aus den Augenwinkeln.
Gwynthia ignorierte das abweisende Verhalten einfach. Jedenfalls erweckte sie diesen Eindruck nach außen hin, womit sie Faroma aber nicht täuschen konnte. Die kannte sie viel zu gut und ahnte wohl, wie es in ihr gärte.
„Ich glaube, wir können jetzt zum Palast des Königs aufbrechen“, verriet die Flammenkriegerin das Ziel ihrer Reise. „Ich habe ihm einiges mitzuteilen. Außerdem wird er erfreut sein, euch kennenzulernen. Er ist Fremden gegenüber stets aufgeschlossen und interessiert sich für Alles, was sich außerhalb der Stadtmauern ereignet, besonders wenn es in weit von hier entfernten Gefilden geschieht.“ Um zu zeigen, wohin sie ihr Weg führen würde, wies die Flammenkriegerin mit ihrer Hand Richtung Firmament. Faroma und Gwynthia folgten dieser Geste mit ihren Blicken.
Hoch oben über den Dächern der Häuser und selbst die Blütenpyramiden und die Krötengöttin weit überragend, thronte die Burg des Herrschers. Ihre Mauern und Zinnen wirkten noch wehrhafter als die Befestigungen der Stadt. Inmitten der Anlage reckte sich ein Turm dem Himmel entgegen. Mächtig waren seine unteren Geschosse. Nach oben hin verjüngte er sich. Dort vermutete Faroma den Palast des Königs, denn einen besseren Platz hätte er dafür nicht wählen können. Von einem solchen Nest aus, würde ihm nichts von dem verborgen bleiben, was in seiner Stadt geschah und es gestattete ihm einen weiten Blick in das Land umher, sodass es für Fremde, ob Freund oder Feind, förmlich unmöglich war, ungesehen einen Schritt auf seine Feste zuzutun.
Die Drei rissen sich von dem Anblick der Burg los und banden ihre Pferde ab. Als sie in die Sättel gestiegen waren, lenkten sie die Tiere in Richtung ihres Ziels. Doch noch bevor die Rösser ihre Hufe voreinander setzen konnte, erklang plötzlich ein Rauschen, das schnell zur Stimme eines Organs anschwoll. Ein Sturmwind brauste durch die Gassen und fegte auch über den Platz, den die drei Kriegerinnen gerade verlassen wollten. Ihre Pferde bäumten sich auf, stiegen auf die Hinterhand und trommelten mit den Vorderbeinen in die Luft, als gälte es, einen imaginären Angreifer abzuwehren. Mit Mühe und Not konnten sich die Reiterinnen in den Sätteln halten und die Tiere wieder bändigen. Als sie gewahr wurden, was die Panik ausgelöst hatte, befiel auch sie das Grauen. Ein riesiger Drachen … nein … nicht nur einer, sondern ein ganzer Schwarm dieser Untiere kreiste dicht über den Dächern der Stadt.
Die meisten Menschen flohen vor ihnen, brachten sich in Sicherheit. Aber einige ließen sich nicht in Schrecken versetzen. Stattdessen umringten sie die Flammenkriegerin, Faroma und Gwynthia und versuchten sie von den Pferden zu zerren. „Ihr seid schuld an dem Drachenangriff!“, schrien sie aufgebracht. „Ihr habt die Krötengöttin erzürnt, deshalb schickt sie uns diese Plage! Dafür müsst ihr büßen!“
Die ersten Angreifer vermochten die Gefährtinnen noch abzuwehren. Als es jedoch immer mehr wurden verringerten sich ihre Chancen, dem Mob zu entkommen, erheblich. Es konnte nicht mehr lange dauern und sie würden im Staub liegen und alles über sich ergehen lassen müssen, was die aufgebrachte Menge ihnen antuen wollte.
Dass in diesem Augenblick einer der Drachen herabstieß und dicht neben dem Menschengewühl landete, empfanden die drei deshalb nicht als größere Gefahr als die, in der sie sich bereits befanden. Der Lindwurm spie eine Flamme aus, die den Stadtmob schreiend flüchten ließ. Zurück blieben nur die drei Kriegerinnen, die von ihren Pferden gesprungen waren Faromas und Gwynthias Rösser galoppierten davon, nur die Flammenkriegerin hielt ihr Ross fest am Zügel.
Die Schwerter in den Händen der Gefährtinnen wirkten angesichts der Größe ihres geschuppten Gegners wie Zahnstocher. Viel würden sie ihnen wohl nichts nützen, wenn es hieß, sich gegen den Drachen verteidigen zu müssen. Erstaunlicherweise machte der keine Anstalten, sich die für ihn leicht zu erlegende Beute zu schnappen. Zwar öffnete er seinen Rachen, doch statt eines erneuten Feuersturms, entwichen dem wohlgesetzte Worte. „Steckt eure Klingen weg! Ich bin nicht hier, um gegen euch zu kämpfen. Ich wurde geschickt, um Faroma und Gwynthia zurück zu ihrem Lagerfeuer zu bringen. Und um dir, Flammenkriegerin, die Botschaft zu übermitteln, dass du eilen sollst, den König aufzusuchen. Eure Wege trennen sich hier!“ Der Drachen neigte sein Haupt. „Steigt auf meinen Rücken!“
Widerwillig folgten Faroma und Gwynthia der Aufforderung. So richtig trauten sie den friedlichen Absichten des Lindwurms nicht. Erst als sie auf seinem Rücken saßen, ohne dass er ihnen ein Leid angetan hatte entspannten sie sich. Von ihrem hohen Ross herunter riefen sie der Flammenkriegerin ein „Lebewohl!“ zu.
Als sie in die Lüfte aufstiegen, sahen sie die Zurückbleibende auf ihr Pferd steigen und ihnen zuwinken. Dann galoppierte der Rappe los und verschwand mit seiner Reiterin im Gewirr der engen Gassen.
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