Faroma legte ihre Kleidung und ihre Rüstung an. Nachdem sie auch ihre Waffen gegürtet hatte, überzeugte sie sich davon, dass Schwert und Schild schnell griffbereit waren, falls das notwendig sein würde.
Als sie das Schwert zurück in die Scheide stieß und den Schild auf den Rücken warf, sprang Gwynthia vom Pferd. „Steig auf und folge mir!“, sagte sie.
„Wohin?“, wollte Faroma wissen.
„Zuerst muss ich mir einige Dinge zurückholen, die ich vor zweitausend Jahren abgelegt habe, bevor ich in die Höhle eingedrungen bin“, erklärte Gwynthia. „Danach machen wir uns auf den Weg, der dich dorthin bringen wird, wo du deinen Fehler rückgängig machen kannst.“
„Welche Richtung müssen wir dazu einschlagen?“
„Wie wir zu meinem Ziel kommen, weiß ich“, meinte Gwynthia. „Und ich glaube, es wird auch genügend Wegweiser geben, die uns zeigen, wie wir deins finden können.“
Faroma schwang sich in den Sattel. Sie ritt hinter Gwynthia her, die den schmalen Pfad vom Steinplateau bis zum Höhleneingang zurückging. Dort bog sie nach rechts ab und entfernte sich zügig von der Höhle. Nach fünfhundert Schritten türmte sich neben dem Pfad ein mächtiger Geröllhaufen auf. Hier blieb Gwynthia stehen. Sie wandte sich der dahinter aufragenden Felswand zu. „Steinwächter“, rief sie laut. „Gebt mir zurück, was unter dem Geröll verborgen liegt!“
Begleitet von einem dumpfen Grollen kam Leben in den Felsen. Faromas Pferd tänzelte nervös vor und zurück und die Aumma-Kriegerin riss ihr Schwert aus der Scheide. Doch Gwynthia forderte sie auf, ruhig zu bleiben.
Aus der Steinwand formte sich eine riesige Gestalt, die mit einer einzigen Bewegung ihrer mächtigen Pranke den Geröllhaufen beiseite fegte. Gesteinsbrocken flogen umher und prallten von den umstehenden Felsen ab. Faroma musste all ihr Können aufbringen, um ihr Pferd vom Davonlaufen abzuhalten.
Gwynthia schien das Geschehen ungerührt zu lassen. Offensichtlich interessierte sie sich nur für das, was unter dem Geröllhaufen zum Vorschein kam. Als sie sich davon überzeugt hatte, dass ihre Erwartungen erfüllt worden waren, rief sie dem Steinwesen ein „Danke!“ zu, worauf der Riese wieder mit dem Berg verschmolz.
Sie öffnete die zweitausend Jahre verborgen gewesene Holztruhe, von der noch vereinzelte Steine zu Boden kullerten, und entnahm ihr Stück für Stück einer funkelnden Rüstung, sowie Schwert, Bogen und einen Köcher voller Pfeile.
Sie beeilte sich, um sich damit zu wappnen. Zum Schluss verhüllte sie ihr Gesicht mit einem roten Tuch und zog sich eine graue Kapuze über das Haar. „Jetzt bin ich endgültig bereit, für dich in den Streit zu ziehen, Aumma-Mädchen!“

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